Das Besondere an diesen Tropfsteinhöhlen ist, dass die Gesteinsformationen nicht nur durch das stetige Tropfen eindringenden Oberflächenwassers geformt wurden, sondern einen zusätzlichen Input durch das von unten nach oben drängende Thermalwasser erhielten. Steht in dem kleinen Büchlein, das wir bekommen, weil die aktuelle Führung nur in ungarisch stattfindet. Das Höhlenführer-Mädel wird allerdings sofort multilingual, als sie bemerkt, dass ich dem Sufi die deutsche Version vorlese. Was einerseits ziemlich nett ist, andererseits aber ein Stück vom mystisch-unverständlichen Umfeld wegnimmt. Alles ist gut durchorganisiert, und obwohl ich erst einmal schnaube, als ein halbheimlicher Tastendruck von ihr ein Ennya-Band in Gang setzt, muss ich ein paar Schritte später sogar vor mir selber zugeben, dass das eine wirklich schöne und passende Idee ist. In den runden Höhlengängen kommt die Musik von überallher und schärft den Blick für das Unwahrscheinliche, selbst für Rotkäppchen und ihren Korb, die, bei Tageslicht und ohne Musik betrachtet, vermutlich nur zwei Klötze wären.