Uralt, aber mir spontan eingefallen, als der “Report International” zum Thema “Alter” einen Beitrag darüber brachte, dass in Frankreich jetzt Kindergärten und Altenheime zusammengelegt werden: Beide Teile würden profitieren, hieß es, die Kinder von der “Erfahrung und Bedächtigkeit” der Alten; die Alten von der “Fröhlichkeit und Unbekümmertheit” der lieben Kleinen.

Absichtlich scharf kontrastiert wird dieser Lösungsansatz durch einen Sprung nach Las Vegas, in dem ein pensionierter Börsenmakler meint: “Kinder sind gut, wenn sie mit Mama und Papa wieder heimgehen, aber als Nachbarn brauche ich sie nicht.

Tja. Ich kann beiden Sichtweisen etwas abgewinnen; bin weder von Kindern noch von Greisen begeistert. Das ist zwar politisch höchst unkorrekt, aber die Wahrheit. Zum Glück bin ich gerade irgendwo mitten dazwischen, sonst würde ich mich ja selbst nicht mögen: Aber im Moment mag ich mich ohnehin nicht besonders. Trotz frischer roter Haare.

Anyway. So ein Bericht weckt nicht nur eine gewisse Bewunderung (Ah, die Franzosen, ganz neue Idee!) und Verachtung (Typisch Amis!), sondern auch die Erinnerung an kürzlich geführte Gespräche. Etwa so:

– Als ich ein Kind war, sind Autos serienmäßig noch ohne Sicherheitsgurt ausgeliefert worden. Meine Großeltern sind belächelt worden, als sie unseren alten 12M mit Gurten nachrüsten ließen. 5 Jahre später war es Gesetz.

– Am Kindersitz auch nicht?

– Kindersitz? Als Kind bin ich ab und zu auf der Rückbank herumgelümmelt, meistens aber meiner Mutter auf dem Beifahrersitz auf dem Schoß gesessen. Oder ich habe Hund gespielt und mich zu ihren Füßen zusammengerollt. Auf schwach befahrenen Straßen durft ich bei meinem Vater sitzen und lenken. Wenn jemand versucht hätte, mich in einen Kindersitz zu schnallen, ich hätte von der Abfahrt bis zu Ankunft gebrüllt.

– Klingt ziemlich gefährlich.

– War aber lustig.