Heute in der ZiB3 eine Diskussion über einen vollen Eu-Beitritt der Türkei, EU-seitig (also dagegen) geführt von Frau Stenzel, übrigens rhetorisch ungewöhnlich überzeugend, Türkei-seitig von einem mehr enthusiastisch als sprachgewaltig argumentierenden Vertreter; ich strickend davor & verwundert; Hauptargumentationslinie von Frau Stenzel die wirtschaftliche (Beitritt der Türkei würde in einem Jahr ebenso viel kosten wie Beitritt der 10 aktuell beitretenden Länder in 3 Jahren), gewürzt durch einen vorsätzlich hängenbleibenden Nebensatz, der die kulturelle Kompatibilität in Frage stellt; dazu ein leicht absurder Zugang (will die EU Bösewichte wie den Irak als Nachbarn?).

Verwundert bin ich mehr über mich selbst, als mir klar wird, dass ich beide Positionen überzeugt & ehrlich vertreten könnte (wenn auch mit anderen Argumenten); ist das alles (hier scheue ich mich nicht, einen Ex-Bundeskanzler zu zitieren) wirklich so sehr kompliziert geworden? Oder habe ich nur meinen Standpunkt verloren?