Return to Sender


Heute Nachmittag habe ich an einen mir persönlich unbekannten Empfänger, der allerdings auf einer Webseite als deren Webmaster angegeben war, eine Mail verschickt, in der stand, dass ich es nicht sonderlich toll finde, eine gute und informative Webseite vom Netz zu nehmen und anstatt dessen einen Flash-File hinzustellen, dessen Navigation nicht einmal funktioniert.

Wenig später, aber von mir erst nach der Rückkehr vom EM-Endspiel empfangen, erhalte ich folgende lapidare Nachricht vom Spamcop:

This Message was undeliverable due to the following reason:

Each of the following recipients was rejected by a remote mail server. The reasons given by the server are included to help you determine why each recipient was rejected.

Recipient: info@blablabla [geändert] Reason:  Service unavailable; Client host [ip] blocked using bl.spamcop.net; Blocked – see http://www.spamcop.net/bl.shtml?[ip]

Please reply to Postmaster@blablabla [geändert] if you feel this message to be in error.

Über das System des Spamcop habe ich mit meinem Provider, den ich auch persönlich gut kenne, bereits hitzige Diskussionen geführt. Versteht mich nicht falsch; ich kann Spam auch nicht ausstehen. Aber jedes System, das auch nur eine einzige Email zurückweist, die kein Spam ist, ist falsch.

Also habe ich an obengenannten “postmaster@blablabla” [immer noch geändert], der übrigens nicht mit meinem Provider ident ist, folgende Mail gesandt:

Sg. “Postmaster”,

ich habe noch nie Spam versendet. Ich habe diesmal auch keinen Spam versendet. Ich ahne schon lange, dass dieser Spamcop eher unfähig ist, weil ich schon mehrmals von guten Freunden erfahren habe, dass deren Mail an mich mit einer ähnlichen Fehlermeldung an sie zurückgesendet wurde. Das ist allerdings das erste Mal, dass eine Mail von mir an mich zurückgekommen ist.

Ich will nicht, dass persönliche Mails, die an mich gehen, nie bei mir ankommen. Ich will nicht, dass meine Mails ihren Empfänger nie erreichen, nur weil irgendjemand über irgendeinen Server, auf dem ich auch zufällig mailmäßig zu Hause bin, irgendwann einmal irgendetwas verschickt hat, das irgendjemand irgendwo als Spam klassifiziert hat. Das hierbei verwendete System ist, trotz aller Sympathie im Kampf gegen den Spam, einfach grundfalsch!

[Rest weggekürzt]

Und kaum 10 Minuten später – Kenner der Materie ahnen es bereits – kam auch diese Mail, mit identer Begründung, wieder zurück. Allerdings, und das ist der Clou an der Sache, fand ich die Benachrichtigung nicht etwa im Posteingang, sondern im Spam-Ordner, der sich – in dem Fall – nach den Angaben eines ansonsten sehr zuverlässigen User-Netzwerk-basierten Filters füllt.

Das bedeutet zum ersten, dass meine Email-Adresse, meine erste und liebste und einzig behaltenswerte, offenbar völlig blockiert ist.

Zum zweiten, dass ich wieder einmal darüber nachdenke, wie viele Menschen, die mir eine durchaus lesenswerte Email schicken, ebenfalls diese Fehlermeldung erhalten, weil sie auch irgendwie unverschuldet im Spamcop gelandet sind, die Benachrichtigung aber gar nie zu Gesicht bekommen, weil sie ihren eigenen Spam-Ordner unbesehen löschen.

Und zum dritten, dass damit Versand und Empfang von Email zu einem reinen Glücksspiel geworden ist, was:

Viertens und letztens besagt: Jetzt haben die Spammeristen gewonnen.

PS: Klar habe ich noch andere Adressen. Reichlich. Klar habe ich dieselbe Mail anschließend von einer anderen Adresse an den genannten Postmaster geschickt. Aber wird das irgendetwas nützen? Nein, wird es nicht. Weil irgendein Intelligenzbolzen hier im Land den völlig neben der Realität vorbeiprogrammierten Spamcop zum Standard erhoben hat.