Schon wieder Sonntag


Ich sitze im Hof und brauche einen Augenblick, um zu verstehen, was das für ein Geräusch ist. Es ist der Regen, nicht viele aber große Tropfen, die auf dem Kunststoffdach eine seltsame Percussion ergeben. Die japanische Kirsche ist längst abgeblüht und bereitet sich mit üppigem Blättertreiben auf den Sommer vor. Der unbekannte Baum daneben grünt heller, und hinter der Kirsche steht noch ein Baum, der bislang hinter dem rosa Rauschen verschwunden war. Er hat Blüten fast wie Hollunder, aber Blätter fast wie eine Eiche. Botanikerin wird aus mir auch keine mehr.

Ich hätte mir nicht unbedingt diesen Holzspan unter den Fingernagel rammen müssen, den ich jetzt schon eineinhalb Tage lang unschlüssig beobachte: Abwarten oder doch Arzteinsatz? Eigene Pinzetteneinsätze sind gescheitert. Das ist halt der Preis der Kunst, denke ich unpräzise. Genauer gesagt ist es nämlich der Preis des Putzens nach der Kunst. Ich hätte es ja auch bleiben lassen können, Farbe auf den Holzboden zu kleckern, dann hätte ich mir das Putzen und den Span gespart.

Ein gemütliches Frühstück später mache ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Es ist kühler als zuletzt, und weil mich im Kopf eine zu schreibende Geschichte beschäftigt, nehme ich einen schon bekannten Weg und lasse das Fotofon weitgehend in der Tasche.

Zu Hause wird die Geschichte skizziert, die Wäsche gewaschen und der Schreibtisch wieder mal nicht aufgeräumt. Stattdessen mit Pizza wieder abgeflogen. Arbeit gibt es auch unter der Woche noch genug.

 


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