Heute saß ich da, das Fenster weit offen, obwohl es nicht gerade warm ist (aber man muss nehmen, was man kriegen kann) und versuchte (bislang vergeblich) ein in Mozilla und Opera wegweisendes Design auch im IE halbwegs ansehnlich zu kriegen. Ich wusste nicht so recht, welche Melancholie mir da in spärlichen Atempausen das Rückenmark hochkroch, bis ich – designtechnisch endgültig in eine Sackgasse geraten – einen Kreativspaziergang vom Schreibtisch zur Wohnungstür und von dort zum Wohnzimmerfenster einlegte, wo ich (in Gedanken immer noch bei meinem Stylesheet) die Arme auf das gerade nicht mehr regennasse Fensterbrett legte und den einen oder anderen Blick auf das Leben in der Gåssn warf.

Die Blicke fanden nichts Besonderes; da war der Schnitzelbräter, der ein paar Worte mit der Frau mit dem Hund wechselte (vermutlich übers Wetter, das gibt ja genug her dieses Jahr); da war der VW-Verkäufer, der mit zwei anderen in ein heftiges Gespräch vertieft war (möglicherweise darüber, wie am Wochenende 3 Polizeistreifen auf eine minutenlang nervende Alarmanlage reagiert hatten); da waren die Kids, die wie jeden Abend um diese Zeit ihren Basketball nach Hause peppelten.

Aber da war noch was.

Irgendwie fern schwebend dahinter.

Trommeln… nein, Bongos.

Bestimmt, aber dennoch unsicher. Voll im Rhythmus, aber nicht immer im Takt.

Dieselben Trommeln, die der ewige Soundtrack der gesamten 90er waren, unten an der Dechantlacke, damals, als man dort noch baden, entspannen, sommerleben konnte, ohne Spießrutenlauf zwischen alten Spritzennadeln und den ebenso spitzen Bemerkungen der Quartalsäufer.

Ganz seltsam unangebracht altvertraut sympathisch nervig.