Immer wenn draußen so ein Sturm geht, wache ich fremd auf. Die Alleebäume draußen rauschen wie die Tannen aus “Heidi”. Die Werbefahnen des benachbarten Autohändlers klingeln gegen die Masten wie Segelboote in einem Hafen. In diese Lautkulisse hinein zu erwachen ist wie Urlaub, kurz überlege ich: “Wo bin ich eigentlich? Was wird dieser Tag an Neuem bringen?”, bis zur Enttäuschung des Augenöffnens.

Blind wie ein Maulwurf sehe ich nicht einmal bis zum Wecker, überlege ob es schon spät genug ist, um die Brille aufzusetzen. Das Bett ist immerhin warm und weich. Ein kurzes trockenes Summen kündigt statt erwarteter Musik den Einsatz des Radiosprechers an. Natürlich: ein Jahr seit dem WTC-Anschlag.

Das mit den Jahrestagen hab ich eigentlich nie verstanden.