Stadtsonntag

Nachdem die geplante Neuauflage des Samstags – nochmals Kunstmarkt – nicht zustande kam, stand ich Sonntag mittag vor einem Problemchen. In der Annahme, eh das ganze Wochenende nicht zuhause zu sein, hatte ich nicht viel eingekauft. So gab’s zwar Brot, aber nix drauf. Es gab zwar Sugo, aber keine Nudeln. Es gab zwar Reis, aber der wollte nicht einmal in meinem experimentierfreudigen Köchinnen-Hirn (ich sage nur: Erdäpfelpürree mit Thunfisch) zum Sugo passen. Und noch schlimmer: Das Mineralwasser war aus. Ein Ausflug zum nächstgelegenen Sonntagsladen war angesagt, und da die Tabaklage zwar noch nicht kritisch, aber auch nicht sonntagsfüllend war, entschloss ich mich für den Weg zum Bahnhof anstatt zum Türken.

Das Wetter war flexibel, mit Sonne und Wölkchen, mit Wind und ohne. Aber durchgehend schwül. Wobei ich mir zuerst nicht ganz sicher war, ob’s am Wetter lag oder an mir, schließlich komme ich auch langsam ins Alter, wo frau grundlos schlagartig zum Schweißspringbrunnen wird. Am Bahnhof fragte ich mich dann nicht mehr, denn dort saßen durchaus junge Menschen beiderlei Geschlechts ermattet am Boden, fächelten sich und einander Luft zu und konnten nicht fassen, wie „verfickt schwül“ es doch ist. Ich dagegen fühlte mich gar nicht ermattet, sondern unter der leicht klebrigen Schweißschicht geradezu enthusiasmiert vom seltsamen Sommer. Einkaufen und heim zur Arbeit war irgendwie keine Option. Die erste Idee, ab an die Donau, verwarf ich: Am Sonntag ist dort definitiv Sardinenbüchse. Andere Schwimmalternativen entfielen mangels Badeanzugs im Rucksack. Kurz dachte ich an einen Tagesausflug nach Bratislava (in 15 Minuten hätte es einen Zug gegeben), aber weder Pass noch andere Ausweise hatten den Weg in meinen Rucksack gefunden. Schließlich beschloss ich, so zu tun, als hätte ich in einer fremden Stadt ein Stündchen oder zwei Aufenthalt. In solchen Fällen geh ich vor den Bahnhof, schau mich um, und geh in die Richtung, die am meisten lockt, ganz ohne Blick auf die Karte. Heute nun war die Richtung klar, denn die meisten Gegenden um den Bahnhof kenne ich wie meine Hosentasche. Es konnte also nur die eine Richtung sein, die ich nicht so gut kenne: Das neu- und umgestaltete Areal Richtung Arsenal. Ich kaufte eine Flasche Mineralwasser und zog los.

Der Ausblick beim Ausgang zum neuen Campus glänzt erst einmal mit immer noch gewaltigen Baustellen.

Immer noch heftige Baustelle

Hält man sich dann links Richtung Gürtel, dorthin wo einst der 13a abfuhr, findet man einen riesigen Park. Der war zwar irgendwie immer da, wirkt aber expandiert und neugestaltet. Ich wünschte, ich könnte mich genauer an den alten erinnern. Steinfiguren des allerersten Südbahnhofs sind hinter Glas zu bewundern, ausruhende Reisende, Jogger und Familien mit Kinderwegen bevölkern Wege und Wiesen. Mittendurch eine Straße, wo Busse parken, die ihre Fracht vermutlich beim Belverdere ausgespuckt haben. Die Busfahrer spielen in der Wiese nebenan Karten. Unter den Bäumen ist die Luft angenehm. Ein Stück zurück Richtung Bahntrasse lockt Kunst.

Ankündigung

Fast bin ich motiviert genug, mir das anzuschaun, doch nach wenigen Schritte ins Foyer des 21er-Hauses weiß ich: Hier ist mir jetzt grade zu kühl, körperlich wie inhaltlich. Ich geh stattdessen rechtsrum und finde neben einem Dingens, das nicht verrät, ob es Kunst oder Südbahnhofrelikte sein will, ein paar rote Schuhe, die meinem Krimischreiberhirn einiges zu denken geben.

Rote Schuhe

Während ich den Fon-Akku wechsle, sichte ich erstmals Pokemon-Go-Spieler in freier Wildbahn. Die beiden wirken weder verblödet noch verkehrsgefährdet, sondern einfach vergnügt bei der Sache. Dacht ich mirs doch.

Wieder Richtung Gürtel, steht da Frederic (oder, wie auf der Tafel steht, Fryderyk) Chopin mitsamt (s)einer Note Bleu vor einem Springbrunnen im Teich.

Fryderyk Chopin und seine Blue Note

Mit Klaviermusik im Kopf spaziere ich weiter und stelle fest, dass es in diesem Park überhaupt viel Wasser gibt. Ein Kinderfreibad zum Beispiel. Das kühle Blau des Beckenbodens macht mir die Hitze erst wieder bewusst, aber ich fürchte, mein kindliches Gemüt genügt nicht, um da reinzuspringen, schon gar nicht ohne Badeanzug. Ein paar Schritte weiter ein Wsserfällchen in einem Miniteich. Spätestens hier bereue ich, nicht die „richtige“ Kamera dabeizuhaben, aber… ich wollte doch nur einkaufen!

Wasserfällchen

Ein Stückchen weiter ein Lokal, in dem ich den Cappuccino trinken könnte, über den ich schon länger nachdenke, aber meine Füße sind grade eingelaufen und tragen mich vorbei, bevor ich protestieren kann. Einen lästigen Zaun umlaufen und dann bei rot quer über die Straße ins Arsenal.

Das Arsenal (irgendwann gabs hier schon einmal einen Blogeintrag dazu, den ich aber grad nicht finde, was mich nervös macht, aber… egal) ist ein ehemaliger Militärkomplex, dessen Gebäude zu Wohnungen, Firmengebäuden und Kunsträumlichkeiten umgebaut wurden. Die riesigen alten Backsteingebäude sind auf ihre eigene Art imposant, die grünen Wiesen dazwischen mit vielen Bäumen durchsetzt, es ist angenehm kühl und weiträumig und wirkt auf seltsame Art fremd vertraut. Die Ecke von Art for Art hat einen Berliner Touch und ein offenes Cafe, aber auch hier wollen meine Füße lieber weitergehen. Schließlich locken allerorts fotowürdige Anblicke, im Großen…

Alt-Bau

…wie auch im Kleinen.

Life... uh ... finds a way

Unter den Bäumen und auf den Wiesen und Wegen durchaus immer wieder Menschen, aber so wenige, dass die Gegend dadurch umso leerer wirkt. Manchmal Musik aus einem Fenster, einmal sogar Kaffeeduft. Ein Schild an einer zur Kunstwerkstätte umgebauten Garage verspricht: „Nächste Woche Salat – € 1“. Etliche Schritte weiter steht ein alter Bundesheerbus mit Vorhängen vor den Fenstern, nur einer, auf einem riesigen leeren Parkplatz. Noch ein Stück weiter ein Blick in ein umzäuntes Areal, auf dem Heeresfahrzeuge vor einer dunkelgewordenen Halle in ordentlichen Reihen stehen. Ausgemustert oder einsatzbereit, was weiß man schon.

Aber das Arsenal besteht nicht nur aus alten Gemäuern, und aus dem Mix ergeben sich manchmal verblüffende Anblicke.

Kontraste

Nicht alle alten Gebäude sind umgebaut und umgewidmet, und manchmal hat man das Gefühl, plötzlich in ein Stück Landschaft aus der Stalker-Trilogie hineinzuspähen.

Zuviel Stalker gespielt

Mein Mineralwasser ist leer, und trotzdem gehe ich am Tenniscafe vorbei. Irgendwo hier müssten doch die Flugzeuge… tatsächlich, da sind sie. Ein Draken und eine pummelige Tunnan vor dem Heeresgeschichtlichen Museum.

Tunnan

Hier ist die Gegend auch etwas belebter, hier spuckt ein Hop-on-Hop-off-Bus seine Gäste aus, mahnen Touristen ihre Kinder, dass man NICHT über den Zaun zum Flugzeug klettern darf (ich war dabei kein gutes Beispiel für die Jugend).

Wieder einen Moment lang überlegt, dass man doch auch einmal in ein Museum gehen könnte, aber der Tag war zu strahlend und die Füße zu aktiv.

Heeresgeschichtliches Museum

Auf dem Weg durch die Torbögen eines der alten Gemäuer ganz verblüfft über die kalte Luft, die da um die Ecke pfeift. Auch das letzte Lokal am Arsenal-Areal links liegen gelassen (etwas widerwillig, aber auf der Karte vor der Tür stand „Cappuccino mit Schlagobers“). Stattdessen an der Schwelle zum Rest der Stadt auf ein Mäuerchen gesetzt, eine Zigarette geraucht und die allerletzten Tropfen aus der Mineralwasserflasche gesaugt.

Vernünftig wäre gewesen, jetzt nach Hause zu gehen und endlich die Arbeit in Angriff zu nehmen, damit ich am Montag, wenn alle anderen arbeiten, ans Wasser fahren könnte. Aber vernünftig passt halt nicht zum Sommerwetter, deshalb lenkte ich meine Schritte, rechts von Schrebergärten, links vom Park begleitet, Richtung Gürtel, querte den und traute mich ins Belvedere-Getümmel, nur kurz, bevor ich rechts in den botanischen Garten abbog.

…und den Rest der Reise erzähle ich morgen, sonst wird mir die Nacht zu kurz.

(Teil 2 gibts hier)

Alle Fotos vom Tag auf Flickr

Summertime

Janis Joplin – Summertime (Live -1969)

Eine Verbindung mit youtube wird erst nach dem Klick zum Abspielen hergestellt. Bei Klick gilt die Datenschutzerklärung von Google.

Morgens um 11 verlässt mich das Internet. Ein kurzer Stromausfall (Nachbar: „Tut leid, falsche Sicherung rausgedreht“), alles andere kommt wieder, nur die Verbindung zur Welt nicht. Der UPC-Knabe ist erstaunlich schnell am Ohr, kann aber das Problem auch nicht lösen. „Sieht aus, als würden Sie ein neues Modem brauchen.“

I’m not even mad. Da draußen ist Sommer, und ich habe eine Ausrede, um ein Stündchen spazieren zu gehen. Ein Abenteuer, das es Schritt für Schritt zu genießen gilt. Die Haut freut sich über Sonnengefühle und über den Temperaturunterschied zwischen Licht und Schatten. Über den Wind, der manchmal ein kleines Seufzerl aus einer Seitengasse tut. Aber hauptsächlich einfach darüber, dass es warm ist.

Über mir kreist beharrlich ein Hubschrauber. Mit Polizeibemalung. Mindestens einer, denn wie er aus verschiedenen Richtungen immer wieder auftaucht, lässt vermuten, dass es eher zwei sind. Das satte Geräusch bereichert das ansonsten sanfte Samstagsleben. Wenig Verkehr. Musik von hier und von da, aus offenen Wohnungsfenstern, aus den vereinzelten Autos, aus Handies, wenn ein paar Jugendliche immens cool dahinflanieren. Rock, Pop, Ethno, alle paar Schritte etwas anderes. „Winnetou-Darsteller Pierre Briece ist tot“ sagt ein Nachrichtensprecher ganz nah an meinem Ohr, aus einem Fenster, das nur einen Spalt breit geöffnet ist. Bevor die Nachricht selbst bei mir ankommt, denke ich, wie seltsam das ist, dass ich genau diesen einen Satz höre. Keinen halben davor, keinen halben dahinter, nur diesen einen. Richtig traurig macht mich der aber nicht. Wahrscheinlich habe ich schon zu oft um Winnetou geweint, beim ersten Lesen auf „meinem“ Felsen auf der steirischen Alm, im Schatten des Vogelbeerbaums, im Duft der Schwarzbeerbüsche. Beim zweiten Lesen in der Hängematte, zwischen den Apfelbäumen, mit dem Geruch nach frisch gemähtem Gras. Und dann noch einmal im Kino. Einer der wenigen Filme, dem ich nicht böse war wegen des Darstellers, der eine Figur spielte, die ich meinem Kopf schon „fertig“ hatte: Er passte einfach. Zum Weinen gut. Und auch da war es Sommer, die Straße vor dem Kino in der alten Heimat noch nicht asphaltiert, staubig-gelb im wabernden Sonnenlicht, das nach der Filmsaaldunkelheit zumindest ebenso intensiv schien wie ein August in Mexiko. Es war der erste Film, den ich alleine ansehen durfte in unserem immer halbleeren Dorfkino, wo sich der Duft von Popcorn mit dem viel intensiveren nach Staub und ganz leichtem Schimmel mischte. Ich war mit dem Fahrrad gekommen, meinem wunderbaren roten unabhängig machenden Fahrrad, das ich nach dem Film ganz langsam nach Hause schob, um lästigen Fragen wie „Hat’s dir gefallen?“ zumindest noch ein paar Minuten zu vermeiden.

Das alles dachte ich nicht in der heutigen beglückenden Mittagshitze, zumindest dachte ich es nicht so. Empfand nur eine lange nicht gekannte Verwandtschaft zu meinem früheren Ich, in sommerlicher Unmittelbarkeit. Bei aller Veränderung, die sinnliche Lust am Sonnenfieber ist mir geblieben, Das Gefühl ist dasselbe, und nur der Spiegel kennt die Unterschiede. Zum Glück ist selten einer da.

Dann gibt es natürlich noch die Nase, auch sie ist gefordert, wenn die Sonne auf die Stadt brennt, als wäre es immer so gewesen. Wahre Düfte: Ein Hauch von Espresso aus dem Cafe. Eine Nase voll Rose aus dem Blumengeschäft. Ein Zitronenlüftchen von…, ich weiß nicht von wo. Dann die vielleicht umstrittenen: Intensiver Benzinduft von einem Moped ohne Kat. Eine Welle von chlorhaltigem Waschmittel aus der Waschküche im Keller. Und das immer sehnsuchtsstarke Aroma von „Sonnenstaub trifft Feuchtigkeit“ vor einem Cafe, wo der Kellner in mediterraner Tradition ein bisschen Wasser zwischen die Schanigarten-Tische spritzt.Und schließlich noch die allgemein als unerwünscht geltenden Gerüche: Der Kanal, der heute so tut, als wäre Wien eine Stadt am Meer. Die Überreste des vormittäglichen Gemüsemarkts. Das Schnitzel, das definitv ein frischeres Öl verdient hätte. In sommerlicher Üppigkeit genieße ich sogar die.

Der Hubschrauber kreist noch immer, und mir will scheinen, dass die Sirenen häufiger singen als ansonsten samstags üblich. Bald bin ich beim UPC-Shop, dort kann ich die Wartezeit zum Informationsgewinn nutzen. Davor noch ein Zigarettchen zwischen Kebabduft und Marktgeschrei. Ein Kaffee wär gut, doch überall sind alle Tische besetzt.

Beim UPC-Shop gibt es keine Wartezeit. Der einzige einsame Support-Mensch vor Ort nimmt mein Modem entgegen, hört sich die Geschichte an, und fragt: „Sie wissen aber schon, dass heute im 5. ein Ausfall war?“ Ich verweise auf mein Telefonat und bekunde meinen Unwillen, mit einem möglicherweise defekten Modem wieder heimzutraben, nur weil da zufälllig auch ein Ausfall war. Der Support-Mensch seufzt „Recht ham’s“, stellt aber fest, dass er kein WLAN-fähiges Modem da hat, das er mir mitgeben könnte. Wir seufzen beide und schweigen ein bisschen. Schließlich bietet er mir an, das Modem selber zu testen. Auf mein Nicken verschwindet er mit dem Gerät.

Ich nutze die Zeit, um am Fon die Nachrichten zu lesen. Soso, Identitären-Aufmarsch also. Früher hätt ich so etwas gewusst, aber die Gegendemo war auch ohne mich stark genug. Im Shop ist es sehr still, nur eine Fliege summt an mir vorbei. Nach einer Weile kichert die Dame an der Kassa leise in ihr iPhone. Nach einer weiteren Weile kommt der Support-Mensch zurück. „Funktioniert“, sagt er knapp und hält mir mein Modem hin. Na dann. War ich völlig unnötig unterwegs. I’m not even mad.

2015-06-06 13.53.58Auf dem verschlungenen Heimweg diverse Ausläufer von Demo und Gegendemo. Plötzlich fünf Polizei-Busse mit Blaulicht und Lärm. Offene Seitentüren, aufgeregte Funkstimmen, sie biegen in die Fußgängerzone ein. Ich bin froh, dass die Kamera zu Hause liegt, denn sonst hätte die Chronik-Schlampe in mir die Oberhand gewonnen. Stattdessen cruise ich weiter, nur nicht zu geradlinig, und genieße, was ist. Ein Schwall von frischem-Brot-Duft aus der türkischen Bäckerei. Unerwartet intensive wilde Brennessel aus dem Park. Und optisch, oben, blau. Viel blau. Und ein bisschen Traffic.

 

Allwetterspaziergang

20150208_125509Man sollte sich doch wieder einmal ein bisschen bewegen, dachte ich, warf mich in Winterschuhe, Mütze und mobile Bettdecke (aka Daunenjacke) und machte mich auf den Weg. Allzu weit wollte ich dennoch nicht, schließlich warein Schneesturm angekündigt, und etwas Sonntagsarbeit wartete auch noch auf mich.

Erst einmal im Zickzack durch den Fünften, Richtung Hauptbahnhof. Der Schnee nur teilweise geräumt, teilweise knirschte er noch unter den Schuhen. Ich brauchte ein Weilchen, bis ich mich überreden konnte, den Blick von der Straße zu heben, doch am Gürtel fiel es mir auf, das wunderbare Winterlicht.

Man könnte ja doch ein bisschen weiter…, dachte ich, denn das Licht hier einzufangen, gelang nicht, überall standen Häuser im Weg und hingen Lampen und Kabel herum.

Also nichts wie ab Richtung Süden, durch die ungewöhnlich leere Favoritenstraße. Man braucht wohl das kühle Grau schmelzenden Schnees, um die wahre Tristesse des Zehnten zu erahnen. Aschenputtel hatte hier seinen Schuh verloren, doch ein Prinz war weit und breit nicht in Sicht.

Aschenputtel?

Stattdessen Grüße aus ferner Vergangenheit und verduftete Düfte.

Gruß aus der VergangenheitDer Duft des Abschieds


Time waits for no one„, sang ich rein innerlich vor mich hin.

Zeitlos

Kühl. Das Blau am Himmel zwischen den Wolken, das Grau der Straße, die nass-staubigbraunen Häuser. Kühl. Nur ein verlorener Buchstabe brachte einen Hauch von warmem Rot in die Stadtlandschaft.

Verlorenes H

Das Licht hingegen, das wollte sich auch hier nicht so recht einfangen lassen. Die Beine protestierten ein wenig, aber ich lenkte sie dennoch nach links in die Quellenstraße und dann an der Ankerbrotfabrik vorbei hinauf in Richtung böhmischer Prater. Das gestrenge Schild, das keiner je beachtet hat, hält immer noch seine einsame Wache.

Das Schild, das nie vergeht

Verlassene Vergnügungsparks haben etwas ganz Eigenes. Eine Stimmung zwischen unhörbarer Karusselmusik und unerzählter Horror-Story.

Winterruhe

Dann, jenseits geschlossener Riesenräder und verschneiter Biergärten, fand ich es endlich, das Licht.

Kaltes Land

Mit Auto-Effekten sehen die coolen Fotos übrigens gleich viel wärmer aus. Ungefähr wie eine Postkarte aus den 50er-Jahren. Danke, Google! (seufz.)

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Es war recht still und leer da oben, nur ein paar HundespaziergängerInnen großzügig über den Schnee verteilt, und ein ernsthafter kleiner Schlittenfahrer, den die halb-apere Piste nicht störte. Ein paar Hunde kamen mich neugierig begrüßen und freuten sich freundlich über ein Nackenkraulen. Der Wind dagegen biss bösartig in Nase und Wangen. Beim Panoramisieren wollten mir die Finger abfallen.

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An dieser Stelle wäre ein Tee an einem warmen Kamin sehr nett gewesen, doch alle Lokale lagen im Winterschlaf. Ich mummelte much also tiefer in meine Jacke und marschierte weiter. Zwei Dackel hefteten sich fasziniert an meine Fersen. „Vermutlich riechen Sie nach Hund“, mutmaßte deren Frauchen. „Ich hoffe nicht“, antwortete ich, aber der Witz kam nicht an.

Den Hügel hinten hinunter und im Gewirr der Autobahnzubringer und Bahnschienen immer dem Gefühl nach, landete ich tatsächlich wieder in der beim Eingang des böhmischen Prtaers. Beinah warme Sonnenstrahlen begleiteten mich bergab. Zu bewerben gibt es hier übrigens seit Jahren nichts.

Nichts zu bewerben

 

Unten zogen dunkle Wolken auf, und mit ihnen ein Schneestürmchen. Ich ließ mich nicht beirren und wählte den Heimweg über Gudrunstraße und Landgutgasse. Dort, wo einst die spannende G’stättn war, reiht sich jetzt eine Baustelle an die nächste. Es gibt auch neue Gassen dort, wo früher das Bahngelände war. Die Alfred-Adler-Straße, die Vally-Weigl-Gasse, die Gerhard-Bronner-Straße und noch ein paar. Der Helmut-Zilk-Park entsteht gerade.

Baustellen statt G'stättn

 

Die Ex-Gstättn wirkt geschäftig

 

Näher am Bahnhof ist schon einiges fertig.

Schneesturm im Anmarsch

 

Ich hatte mir einen Cappuccino versprochen, am Hauptbahnhof, wenn ich der Verlockung widerstanden hatte, Schnee und Kälte durch die Flucht in ein öffentliches Verkehrsmittel zu entkommen, doch in den Hallen lockte nichts. Er schien trotz aller Sonntagskulinarik ein wenig dunkel verloren, dieser Hauptbahnhof, und seine Besucher mit ihm. Ich stromerte durch die weitläufig verworrenen Gänge, um Finger und Zehen für den nächsten Abschnitt aufzuwärmen, und fragte mich, wie man so ein Ding wohl beheizt. (Erdwärme ist die Antwort.)

Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden wieder den halbwegs warmen Heimathafen erreicht. Wie üblich vergessen, den Schrittzähler einzuschalten. Schade, ich hätte jetzt gern mit meiner Kilometerzahl geglänzt.

Hier und dort und irgendwo

Manchmal ist einfach jeder Anlass recht, um den Computer zu verlassen, der mich mittlerweile sehr viel besser kennt als meine eigene Mutter es je konnte, aber das hat natürlich seine Gründe. Aber ich frage nicht nach Anlässen noch nach Gründen, wenn der Wind weht und die Frühlingssonne scheint, ich nehme stattdessen einfach die Kamera und geh da raus. Der Moment, in dem der Wind mein Gesicht trifft und die Haare nach hinten weht, macht mich zwanzig Jahre jünger, innerlich. Dass meine Haare schon vor 20 Jahren nicht gut ausgeschaut haben, wenn der Wind sie mir aus dem Gesicht geweht hat, macht mir nicht das geringste aus. Ich hab halt keine eleganten Ausdemgesichtwehhaare, soll ich deshalb auf das zweitschönste Gefühl der Welt verzichten? Niemals.

Me & the world

Es ist dieses wunderbare Allesvollerlebengefühl, das mich den ganzen Weg zu Fuß gehen lässt. Jenseits des Gürtels ist sowieso alles anders. Die Leute reden anders, auch wenn sie deutsch reden, die Autoabgase riechen anders, die Wölkchen wolken anders. Aber wahrscheinlich liegt das alles an mir.

Gegenverkehr, schräg

Tatsächlich macht mich die Vorstadt so anders, dass ich mich wirklich in ein Gwandgschäft wage. “Kann ich helfen?” fragt der unverschämt junge Gwandverkäufer mitten in mein schwedisches Hörbuch hinein. “Ich schau nur,” aber wenn er dann schon da ist, “eigentlich such ich Sweatshirts. Aber ohne Kapuze. Und ohne Reißverschluss.” Ich bin schon lange genug herumgelaufen, um zu verstehen, dass das zurzeit ein sinnloses Unterfangen ist. “Ja, die such ich auch. Schon seit Jahren.” grinst der Hilfsbereite dunkeläugig, “also hier gibts keine.” Er klingt charmant und hat einen ganz leichten Akzent mindestens zweiter Generation, der nach Meer und nach vertrauter Fremde klingt.

Artig bedankt und wieder hinaus in den Wind und in die Sonne, die sich einen glaubwürdigen Scheinkampf liefern, der mich noch ein bisschen breiter grinsen lässt. Wo doch überall schon die Blüten blühen und die Knospen sprießen, was bildet er sich eigentlich ein, der Herr Winter? Im Straßencafe sitzen schon die Verliebten, aus den rosa-grünen Bäumen tönt Gezwitscher. Das Künstlerpärchen, das sofort und ohne jeden Zweifel das Bild des Tages wäre, fotografiere ich nicht. Halte die Kamera stattdessen nach oben, auf die Blüten. Es ist, als könnte das Abbilden meiner Wirklichkeit ihre Wahrhaftigkeit zerstören. Das will ich nicht auf meine Kappe nehmen, wirklich nicht.

Blüten

Ein mit Jean und Kapuzenshirt beinah originaler 80er-Jahre Dylan rennt mich fast um, als ich mit der Linse in den Himmel ziele. “Was fotografierst du?” fragt er, als fest steht, dass keiner von uns umfallen wird. Ich weise in großer Geste auf die Straße und den Himmel und alles andere und frage, ob ich sein Bild auch mitnehmen darf. “Nein, heute nicht.” Er wiederholt halb spöttisch die Geste meiner Weltumarmung, tritt einen Schritt näher und murmelt vertraulich “Ich bin gar nicht da”, bevor er im Getümmel verschwindet. Schade, irgendwie. Ich hätte gern gewusst, ob er zu Hause eine Gitarre hat.

Der neue Bahnhof wird

Auf dem Heimweg den neuen Bahnhof mitgenommen, der heute noch aussieht, als hätte ihn ein schlecht austariertes Raumschiff verloren, der aber vermutlich in ein paar Jahren zu unserer Stadtwirklichkeit gehören wird, als wäre er immer da gewesen.

Im Grunde wünscht’ ich, es könnte immer Frühling sein. Und nur ab und zu und für ein paar Tage Sommer werden. Aber man wünscht sich ja so vieles, wenn die Tage langsam länger werden, und dann irgendwann hält man es doch jedesmal wieder aus, wenn sie kürzer werden.

Schweißfüße und an Bam am Schädl

Immerhin hab ich weder Schweißfüß noch ein bam am SCHÄDL, und das ist ja wohl irgendwie auch was wert. Obwohl mir nicht ganz klar ist, was.

Am Zentralfriedhof ist Stimmung…

Der erste November ist ein Tag voller Symbole und Traditionen und als solcher einer, den ich am liebsten ignoriere. Aber aus irgendeinem Grund habe ich mir dieses Jahr in den Kopf gesetzt, den Zentralfriedhof zu besuchen um dort ein paar Fotos zu machen, und prompt fand sich auch jemand, der genau solche Fotos brauchen konnte, also: Kneifen war nicht drin. Ich rollte also am frühen Nachmittag, obwohl ich mich zu diesem nebelig-trüben Zeitpunkt lieber mit einem Buch auf meine trockene Couch zurückgezogen hätte, entschlossen Richtung 11. Bezirk, im 6er (natürlich hätte ich mit der U-Bahn deutlich schneller ums Eck fahren können, aber wenn schon Exkursion, dann bitte auch durch unbekanntes Gelände).

Im Vergleich zu den Zwangs-Besuchen meiner Kindheit (die allerdings alle auf Grazer Friedhöfen stattfanden) zeigten die Buden am Eingang zum Zentralfriedhof deutlich weniger Naschwerk, Nippes und Blumen, dafür reichlich Kränze und Saufzeug (Glühwein und Bier). Maroni gab es aber nach wie vor.

Drinnen war es ganz tröstlich trostlos, trotz all der vielen Menschen rundherum. Blumenbringer und Kerzerl-Anzünder waren in der Minderzahl, Feiertags-Spaziergänger und Familienausflügler hatten deutlich die Oberhand. Ich irrte durch die Reihen und fotografierte wie geplant einsame und kerzengeschmückte Gräber, las mit Staunen so manche Grabinschrift (Ob ein goldglänzendes “Auf Wiedersehen” ein freundliches Versprechen oder doch eher eine gefährliche Drohung darstellt, hängt wohl stark davon ab, wer da unten liegt).

Nach der fotografischen Pflicht mäanderte ich noch freiwillig durch die Ehrengräber. Schubert, Johann Strauß, und Beethoven durften sich auch nach vielen Jahren irdischer Abwesenheit an zahlreichen Kerzen und Blümchen erfreuen, von Blitzlichtgewittern und strahlenden Japaner_innen ganz zu schweigen. (Heimische Besucher gingen das dagegen teils recht pragmatisch an: “OK, Beethoven, Schubert, Brahms, 2x Strauß – fehlt uns noch wer?”)

Vor der Wucht des Hrdlickaschen Monuments verblassten Blümchen beinah chancenlos, und auch die Kerzen auf der anderen Seite hatten kaum Erhellendes beizutragen.

Sehr schlicht und beinah ungeschmückt das Grab von Hansi Dujmic. Mir war fast danach, ein Kerzerl hinzustellen, aber es gab nur noch solche mit Jesus und Kreuzerl. Das hätte ja nun gar nicht gepasst.

Nicht gewusst habe ich übrigens, dass auch der unnachahmliche Waluliso sehr malerisch und prominent bestattet ist.

Optisch höchst wertvoll fand ich auch das Grabmal von Emmerich Kálmán – Dunkelrote Rosen vor weißer Dame vor schwarzem Marmor – das hat was.

Die Politik ließ ich weitgehend unfotografiert liegen. Auffällig war mir nur der Kontrast zwischen zwei wirklich starken Frauen – der üppige Blumen-Schmuck für Rosa Jochmann gegenüber der rührenden Schlichtheit von Johanna Dohnals Grab, das auch eineinhalb Jahre nach ihrem Tod nur eine einfache Holztafel ziert.

Während es langsam dunkel wurde, spazierte ich durch den “Waldfriedhof” auf ländlich anmutenden Wegen, auf denen außer mir keiner mehr war. Abseits der zentralfriedhöflichen Hauptstraßen ist man offenbar auch an Allerheiligen schnell allein und darf dann philosophieren, was wohl passieren möcht’, tät’ man die Sperrstund versäumen. Ich versäumte aber nicht, sondern fand den Weg zurück in die Gräber-Zivilisation und schaute noch bei Falco vorbei, dem mit Abstand am meisten besuchten und kerzerl-geschmückten Grab weit und breit (auf den Extra-Tisch für die Kerzen hatte jemand ein Bild von Ronnie James Dio gelegt, das wirkte ganz seltsam jenseits und doch irgendwie schlüssig).

Danach, in Abwesenheit der traditionellen Allerheiligen-Spezialität meiner Kindheit (Türkischer Honig) noch die ersten Maroni des Jahres gekostet. Geschmack und Konsistenz ließen auf Vorjahresernte schließen, aber das Glück der Marktstandler bei solchen “Events” ist halt, dass sich im nächsten Jahr eh keiner daran erinnert, wie’s heuer geschmeckt hat.

Und schließlich mit dem 69a heimwärts gegondelt (den kannte ich bislang auch noch nicht).

Das Wunder von Favoristanbul

Eigentlich war ja dieser EM-Sonntag dazu gedacht, nette Public-Viewing Plätze entlang des Wassers zu entdecken. Alte Donau, Donauinsel, Lobau – wenn es demnächst doch wieder warm wird, so dachten wir, wäre das doch nett. Eine Großbildleinwand vor Augen und ein Wässerchen vor den Füßen. Wir starteten um 5 Uhr nachmittags, fanden auch das eine oder andere nette Plätzchen, das Wetter so-so, das Publikum Sonntagsausflügler, die Stimmung: Schrebergarten. Trotz schöner Ausblicke und relaxtem Entengucken – einer musste es aussprechen. Der Sufi fasste es kurz: “Das ist hier nicht der richtige Platz für ein Türkei-Spiel.” Wir beratschlagten kurz, dann war es klar: Heim zu ihm, nach Favoriten. Ein fehlendes Rad an einem Opel auf der Tangentenzufahrt bremste kurz unsere Euphorie, doch auch dieser Stau war bald überwunden. Der zehnte Bezirk indes war verdächtig ruhig. Wir parkten das Auto und schlugen die Richtung “Kümmeltürk” ein (das ist jetzt keine Beleidigung, sondern der Name eines türkischen Lokals, in unserem EM-Büchlein mit dem Symbol für “Großbildschirm” gekennzeichnet).

Den Bildschirm gab es, die Tische aber waren alle besetzt, und es herrschte gepflegte Langeweile. Das bedurfte keiner Worte, wir machten schweigend in der Tür kehrt. Irgendwo hier muss es doch… ich spitzte die Ohren. Dolby Surround Stadion-Sound. Der Sufi entdeckte die zugehörige Tür. Sie gehörte zum Cafe Kümmeltürk, zwei Räume, zwei Fernseher, gerammelt voll. Der Kellner hatte uns entdeckt und organisierte 2 Stühle, der Sufi winkte mich von der Tür in die Mitte. Ich ließ mich auf dem mir zugewiesenen Stuhl nieder und die Augen schweifen. “Ist dir klar”, fragte ich flüsternd den Sufi, “dass ich in dem ganzen Lokal das einzige weibliche Wesen bin?” – Der Sufi nickte entspannt und bestellte zwei Bier. Ich hoffte leise, dass mein demonstrativ unparteiischer Sufi nicht allzu laut über gute Schachzüge der Tschechen jubeln würde. “Das ist ja ein türkischer Sender!” weckte mich der Sufi aus meinen Befürchtungen. Ja, das hatte ich auch schon bemerkt, aber ein Fussballspiel kann man auch ohne Kommentar ganz gut verstehen. Manchmal sogar besser.

Der Rest der ersten Halbzeit eher fade, ein Tor der Tschechen, ein kollektives “ooooouuuh” rund um uns. Sonst weiter nichts als der Gummibärchengeruch von Red Bull.

Die zweite Halbzeit, inzwischen hatten wir uns mit unseren Tischnachbarn angefreundet und waren auf ein weiteres Bier eingeladen worden. Der Sufi erzählte gerade die Geschichte mit dem Esel und dem Bus in der Nordtürkei, da ging es wieder weiter. Der Regen am Bildschirm wurde stärker, das Spiel der Türken aber auch. Trotzdem schossen die Tschechen das zweite Tor. Das “ooouuuuhh” eher ein bisschen leiser als zuvor. Niemand wollte mir erklären, warum der türkische Torwart mit der #23 spielt und warum der türkische Kommentator immer “Kollersch” sagte, wenn er Jan Koller meinte.

Da plötzlich, und eher unerwartet, das 1:2. Rund um uns freudiges Aufseufzen. Kaum 10 Minuten später der Ausgleich – keiner blieb sitzen. Meine Mitfreude ein bisschen gedämpft durch die 120 Kilo, die mir jubelnd auf den Fuss sprangen, aber was soll’s, es war ja keine Absicht. Nüsse, Bier und Red Bull blieben unbeachtet liegen. Die Lautstärke jetzt auf Anschlag. Erstaunlich unaufgeregt immer noch der türkische Kommentator im TV, aber die Stimmen vor Ort machten das mehr als wett. Dann 3:2! Keiner hatte es zu hoffen gewagt, das Glück kannte keine Grenzen. “So müsst ihr das auch machen, morgen!” empfahl unser freundlicher Tischnachbar, bevor er mit seiner Tröte mein Trommelfell für Stunden demolierte. Sitzen war jetzt nicht mehr, zumindest wenn man auf den Bildschirm sehen wollte. Die rote Karte für den Tormann, warum? Die erklärende Zeitlupe erst viel später. Jubel, Ratlosigkeit, Schlusspfiff!

Binnen Sekunden leerte sich das Lokal, auf der Straße bereits die Hölle los. Lauthalse Feierstimmung, man konnte nicht anders als mit. Der ganze zehnte Bezirk ein türkischer Autoparcours, Fahnen, Gesänge, aber alles sehr positiv. Die Polizei genau so freundlich, die Busfahrer zentimeterweise um die Kurve und dabei mitwinkend, der Reumannplatz ein singendes Fahnenmeer. Gegen wen es jetzt im Viertelfinale geht, habe ich momentan vergessen, aber wir werden wohl wieder mittendrin dabei sein.

Ein paar Impressionen

 

Favoristanbul feiert @ chronistin.blogr.com

…und dann war da noch der freundlich angegraute Schauspieler auf dem Weg vom Flugplatz, der mich an der Bushaltestelle in näselndem Schönbrunner-Wienerisch fragte: “Sagen Sie, warum singen und hupen denn die Menschen hier?”

Die Sache mit der Stadt

Nun kann es zuzeiten ja auch ganz nett sein in der Stadt. An so einem ruhigen Herbstsonntagnachmittag, wenn die Sonne warm genug ist, um noch einen schnellen Kaffee mit Blick auf den Springbrunnen zu trinken, obwohl man zum Kaffeetrinken doch eigentlich gar keine Zeit hat. Aber solche 20 Minuten, die müssen sein, ab und zu. Und dass die Sonntagskaffetrinker (aber auch die Sonntagsbiertrinker) den Versuch, das Oktoberfest zu importieren, einfach nur völlig ignorieren, das ist auch irgendwie sympathisch Wien.