Wundern über die Technik, während der Fussball vorbeiläuft

Als heute am späteren Nachmittag das drei-Handy-Netz ausfiel, fand ich das zwar lästig, aber nicht wirklich tragisch. Technik kann immer mal ausfallen, und wer aus Aufregung über so etwas einen Herzinfarkt kriegt, der hat ihn irgendwie auch verdient. Ich regte mich also nicht auf, musste und wollte aber trotzdem telefonieren – Alternativen waren gefragt. Festnetz ist längst abgemeldet, aber natürlich hab ich Skype. Allerdings kein Mikro, ich verwende Skype sonst nur als Chat. Mein Blick fiel aufs Bluetooth-Headset, und mein Hirn erinnerte den USB-Bluetooth-Adapter, den ich vor ein paar Tagen beim Hofer gesehen hatte. Die Uhr meinte, dass sich das gerade noch ausgehen könnte, und tatsächlich gelang es mir, den Mini-Blaustrahler drei Minuten vor Ladenschluss zu erwerben.

Die Ein-Blatt-Anleitung behauptete, für Vista wären keine Treiber notwendig, und tatsächlich: Windows erkannte das Ding und zeigte gleich darauf freundlich ein kleines Bluetooth-Symbol im Taskbereich an. Dann brauch ich ja nur noch koppeln, oder? Hier lauerte die erste Hürde: Die Anleitung des Kopfhörers war längst irgendwo in der großen Ablage verschwunden, und ich konnte mich beim besten Willen nicht erinnern, wie man das Gerät in den Erkennungsmodus versetzt.

Drei Google-Minuten später fand ich die Lösung in einer Amazon-Rezension. Wunderbar. Die passenden Knöpfchen in richtiger Reihenfolge lange genug gedrückt, und schon tauchte das Headset in der Liste der Bluetooth-Geräte auf. Na dann wollen wir doch mal… auf “Verbinden” klicken.

Wohlwollend betrachtete ich die Sanduhr, die sich unter dem Wort “Verbinde…” drehte. Sie drehte schon etwas lang für meinen Geschmack, aber einen alten Computer soll man ja nicht hetzen. Schließlich poppte ein unerwartetes Fenster auf. Windows wollte einen Treiber für mein Headset. Jahimmel, wo soll ich den denn hernehmen? Im Headset-Schachterl war seinerzeit nur das Gerät und das Mini-Anleitungs-Heft gewesen. Ich schickte Windows auf eigenen Vorschlag auf die Suche im Netz. Es suchte. Es suchte lange. Es fand nicht.

Ich suchte selber im Netz, sowohl mit der Headset-Bezeichnung von der Schachtel als auch mit der aus dem Bluetooth-Fenster. Ich fand auch nicht.

Also nochmals die Google-Maschine angeworfen und nach anderen mit meinem Problem gesucht. Nach drei Versuchen mit zunehmend engeren Suchwörtern lauthals alle SEOs verflucht. Ich will das verdammte Headset NICHT kaufen, ich hab’s ja schon! Und ich will verdammt nochmal auch NICHT wissen, wo ich es eventuell noch billiger gekriegt hätte, als es eh schon war!

Mittlerweile war es drei Minuten vor sieben, und ich hatte die erste Halbzeit des Portugal-Spiels verpasst. Den Schreien der Nachbarn nach zu urteilen dürfte es spannend gewesen sein. Ich startete mein Telefon neu, in der Hoffnung, das Netz-Problem wäre mittlerweile behoben. War es nicht. Ich startete Skype, aber wer will schon chatten, wenn Fussball läuft.

Im Fenster daneben problemlöste ich weiter. Nach unzähligen mehr oder weniger gut maskierten Verkaufs- und Bewertungsseiten fand ich ein niederländisches Forum, in dem jemand dasselbe Problem gehabt hatte. Die meistvorgeschlagene Lösung (drei Mal) war die Software “Bluesoleil”. Ich folgte einem Link zur Webseite und wurde von der Meldung empfangen, dass die Seite gerade überarbeitet wird, und dass sie in 1 (einem, nicht drei!) Tagen wieder verfügbar wäre. Wunderbar, wunderbar, wunderbar. Das großartige Internet fand aber aber ein paar alternative Downoadseiten. Ich klopfte drei Mal auf Holz und lud.

Twitter erzählte mir derweil, dass die Portugiesen drei Tore geschossen und damit gewonnen hatten. Ich seufzte leise und installierte die Software. Oder versuchte es zumindest. Das blöde Ding wollte aber unterwegs unbedingt nach Hause telefonieren, und der Server war ja bekanntlich… im Upgrade begriffen.

Es ging jetzt gegen acht Uhr. Wieder einmal startete ich mein Telefon neu, wer weiß, ob so ein Galaxy-Tab mitbekommt, dass das Drei-Netz wieder da ist?

Es war aber nicht da.

Mittlerweile war es ohnehin zu spät für die Anrufe, die ich noch hätte machen w/sollen, und ich hätte es auch lassen können. Wenn ich gekonnt hätte. Aber, ein lächerliches Headphone unter dem lächerlichen Vista zum Laufen zu bringen, das muss ja wohl machbar sein! 2012! Und überhaupt!

Auf Seite Hundertdrei der Suchresultate erzählte einer, dass er dasselbe Headset mit demselben Adapter mithilfe eines Toshiba-Treibers zum Laufen gebracht hatte. Derweil die Deutschen in Kharkiv ankickten war ich verzweifelt genug, auch diesen Treiber runterzuladen. Tatsächlich ließ er sich installieren, übernahm problemlos die Bluetooth-Kontrolle von Windows und erkannte mein Headset. Ich konnte sogar den Ton in den Kopfhörern – HÖREN! Ein Wunder war geschehen!

Die Freude war allerdings von kurzer Dauer – denn von einem Mikro wusste mein Computer immer noch nichts. Und der Ton kehrte, trotz ausgeschaltetem Headset und erweiterten Einstellungen, einfach nicht auf die Lautsprecher zurück.

Ich fluchte drei Mal kräftig und dankte dem Schicksal für Wiederherstellungspunkte. Es dauerte auch nur ein Viertelstündchen, bis mein PC sich wieder auf dem Stand von heute früh befand. Dass ich derweil schon eine halbe Stunde vom Deutschlandspiel mehr verpasst als gesehen hatte… meine Güte. Fussball gespielt wird schließlich immer wieder, und der Livestream ruckelt heute eh mehr als dass er läuft.

Nach dem Hochfahren kam ich auf die glorreiche Idee, den Bluetooth-Adapter mit der mitgelieferten CD zu installieren. Obwohl der Adapter ja eh lief. Und obwohl das Installieren externer Treiber unter Vista im Beipackzettel ausdrücklich NICHT nicht empfohlen wird. Aber, nach drei (vier?) Stunden unfreiwilliger Isolation pfeift man halt auf Empfehlungen.

Ich startete den Installer, stellte fest, dass es sich um das früher ohnehin schon empfohlene Bluesoleil handelte, und war übergangslos vergnügt zuversichtlich. Verfrüht. Der Installer installierte drei Minuten lang ohne Fortschritt des Installationsbalkens fröhlich vor sich hin, nur um sich dann mit einem “Fehler 5” (nicht drei) zu verabschieden.

Deutschland schoss unterdessen zwei (nicht drei) Tore, und ganz Twitter brüllte “GOMEEEEEZ!”. Ich warf den einen oder anderen zerstreuten Blick auf den Livestream, während ich “Fehler 5” googelte und mein Tab wieder einmal neu startete – vergeblich. Fehler 5, erfuhr ich, nachdem ich ungefähr 33 Seiten angeklickt hatte, die mir Optimierungssoftware für meinen PC verkaufen wollten, Fehler 5 weist auf unzureichende Rechte hin. Ich startete den Installationsprozess “als Administrator”, und tatsächlich – das Ding installierte, und sogar der Balken bewegte sich.

Circa drei Millimeter vor dem Ende des Balkens bremste sich der Fortschritt ein, um noch ungefähr drei Minuten lang den Anschein von Geschäftigkeit zu erwecken. Dann gab die Software auf und meldete einen “Fehler 183”. Der war, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, im Internet schnell entlarvt: Die 32-Bit-Version mag halt nicht auf einem 64-Bit-System arbeiten. Aber – alle Links zu einer 64-Bit-Version führten auf die Webseite von Bluesoleil, die – wie gesagt – nur eine freundliche Meldung zu einem Serverupgrade ausgab.

Und das war der Punkt, wo mir wirklich nichts mehr einfiel.

Mittlerweile war das Spiel abgepfiffen, die Deutschen hatten wieder einmal gewonnen, und mein Phon war nach über sechs (=zwei Mal drei) Stunden immer noch tot. Skype dagegen war zwar lebendig, aber ohne Mikro auch recht nutzlos. Ich schickte noch ein paar Skype-SMSe in die Welt, um mich für den Abend abzumelden, als – Gepriesen sei’s dem großen Dingsda! Al-Hamdullih-Siewissenschon! Heureka!  – mein Phon ein Geräusch von sich gab, das nur von einem lebenden, verbundenen Phon kommen konnte.

Um 23:35. Sechs Stunden und 45 Minuten nachdem sich das Netz grußlos verabschiedet hatte. 6 Stunden und 45 Minuten, in denen es mir nicht gelungen war, ein lächerliches Standard-Bluetooth-Headphone über einen lächerlichen Standard-Bluetooth-Adapter mit einem lächerlichen Standard-Windows-Vista-PC zu verbinden.

Vielleicht wär die Sache mit der Brieftauben-Zucht ja doch keine so blöde Geschäftsidee.

Schade, Jungs (und Mädels)!

Mit frisch gesundeten Lebensgeistern den Sufi ins halbmondige Herz von Favoriten begleitet, bisschen unsicher, treue Leser wissen: Ich mag Fussball, fürchte aber Massen. Die Stimmung in Favoriten wunderbar, Trommeln, Tröten, Hupen und Fahnen. Tanz und Gesang. Alles natürlich türkisch dominiert, drei Grüppchen versprengter Österreicher (eins davon wir), von denen jedes glaubt, das einzige zu sein. Und ein paar Polen. Und die Polizei, die im Mannschaftsbus mit offener Seitentür vorbeifährt, winkend und lachend, und freundlich zurückgegrüßt wird.

Flöten und Percussion bis zum Anpfiff, einer (ein einziger) versucht, Stille für die Hymne(n) zu schaffen – vergeblich. Wozu auch. Die Türken gehen gut los. Spiel konzentriert sich auf den deutschen Strafraum. “Ob sie das durchhalten können?” frage ich besorgt den Sufi. Er versteht mich nicht, die Tröten sind zu laut. Quert der Ball die Strafraumgrenze, springt in dem Gastgarten alles auf – ich auch, sonst hätt ich ja den Bildschirm nicht mehr gesehen.

Den schwülwarmen Gastgarten durchdringt ein Duft nach Raki, der Sufi fotografiert alles, was rot-weiß und/oder Halbmond trägt, am Horizont erste Blitze. Tropfen auch, ab und zu. Die Deutschen am Feld noch immer kopflos, die Türken dagegen fordernd und frech. Türkiye! Der Trommler am Gastgartenrand entfesselt. Da, das eins zu null! Es ist wie in der Cola-Werbung, wildfremde Menschen fallen einander in die Arme, Tröten geben ihr letztes, die Kamera vom Sufi beginnt, wegen Überlastung zu rauchen (ok, nicht wirklich, aber viel hat nicht gefehlt). Kaum sind die hämischen sms getippt und abgeschickt, da fällt der Ausgleich – von den Anwesenden mit demonstrativer Missachtung gestraft. Jedenfalls sagt keiner einen Ton.

40. Minute, da fällt kein Tor, sondern die ersten Tropfen. Technik im Rucksack gesichert, Rucksack an die Brust gedrückt, der Regen wird stärker, das Spiel lässt nicht nach. Ey, mein Bier wird nass! – Bildausfall, Wolkenbruch (In dieser Reihenfolge). Der Sufi erobert einen Platz in der schwülen Innen-Loge, die Kellner suchen hektisch nach einem Sender, der vielleicht doch noch sendet, vergeblich. Pause, dazwischen ist nix passiert. Draußen toben Blitze, drinnen läuft Werbung mit Beschwichtigungs-Insert “Bitte entschuldigen Sie die Satelliten-Ausfälle” – Na Hauptsache, wir können die Werbung sehen.

Drinnen ist es viel zu heiß, draußen regnet es kaum mehr, der Sufi sichert uns einen Platz unter dem Riesenschirm, neue Nachbarn, neue Fachsimpeleien, neue Verbrüderungen. Ankick der zweiten Halbzeit, immer noch die Türken unglaublich stark (vor allem Angesichts der ganzen Ausfälle aus den vorherigen Spielen). Über die weniger spannenden Schachzüge trösten die Gesänge ringsum, “Polska! Polska! bringt sich ein bislang unbescholtener Tisch ins Geschehen ein, Szenenapplaus, “Österreich!” rufe ich in gebührend leidendem Tonfall, Szenengelächter. Der Sufi bestellt einen Raki. “Tolle Lightshow!” Die Blitze am Horizont genau hinter dem TV-Gerät.

Regen wird wieder stärker, Spiel stagniert. Alles, was noch draußen ist, versammelt sich unter dem einen Sonnenschirm – unter dem zweiten das TV-Gerät. Wieder ein Angriff der Türken! Blitz, Sendeausfall, Windstoß, zwei 20m2-Sonnenschirme umgestülpt, Wasser überall, Windböen: Jetzt nur keine Panik, sondern besonnen schnell den Raki leeren, bevor zu viel Regen hinein fällt!

Zum zweiten Mal die Völkerwanderung zum Innen-Fernseher, der allerdings auch keine Bilder zeigt. Ratlosigkeit im dicht gefüllten Gastraum. Versprengte Türkyie-Rufe, angeheizt von einem nicht mehr ganz dichten Ösi. Nett. Immer noch kein Bild. Auf ZDF nicht, auf ORF nicht, äh… Ah! ja! Handy! Ticker! Twitter! Internet!

Denkste, One hat keinen Empfang. Drei auch nicht. Nur T-mobile wär verfügbar, aber niemand hat ein internetfähiges t-mobile Ding dabei. Verdammt, verdammt, verdammt. Irgendwo klingelt was, dann Jubel! Stille Post durchs ganze Lokal: Die Türken haben ein Tor geschossen! – Gar nicht wahr! – Nein, die Deutschen haben ein Tor geschossen! – Moment, beide haben ein Tor geschossen! Konfusion, “Gibt’s hier kein Radio?” fragt ein Gscheiterl, es gibt aber keins. Jemand mit Handy am Ohr schreit! “Die Schweizer! Die Schweizer senden!” -Aaah, endlich wieder ein Bild! 93. Minute, 3:2 für Deutschland, Türkei greift an! Jetzt oder…

Naja. Ein Spiel dauert 90 Minuten, und am Ende gewinnen die Deutschen. Wie wir alle wissen. Die türkischen Österreicher ringsum leiden schweigend, der “jetzt erst recht” österreichische Türkei-Sympathisant wird regelrecht in Schweigen ertränkt. Das war’s dann, Kinder. Schade, eigentlich.

Und ja, wer fussballtechnisch mehr wissen will, liest auch diesmal wieder Blumenau. Obwohl der auch nicht mehr gesehen hat als wir. Und drüben auf 11freunde.de kann man auch gut mitlesen:

Ziehen wir unter dieses Spiel den längsten Schlusstrich aller Zeiten: Ein Event für alle Eventfans, ein Tritt ins Gemächt all derjenigen, denen was am Fußball liegt. Die Deutschen spielten desorientiert, ängstlich, und wenn sie doch mal am Ball waren, behandelten sie ihn wie einen Luftballon mit Mickey-Mouse-Motiven drauf. Die Türken konnten ihre Freiheiten kaum fassen und deshalb auch nicht nutzen. Sie sind es gewohnt, Gegner nieder zu ringen. Dass ein Gegner sich aber freiwillig zu Boden wirft und weint – damit konnten sie nicht rechnen. War das die ebenso geniale wie perfide Taktik der Deutschen? Wir wollen es nicht wissen. Oder vielleicht doch. Irgendwann. Aiman Abdallah von Pro7 soll es uns eines Tages erklären.

Wir verabschieden uns, fahren bis zum Finale in den Harz und beobachten Hirsche, wenn welche vorbeikommen. Bis dann.

Ja, und nein, oder: Ich weiß nicht!

Es gibt so Sachen, da muss ich zugeben: Ich bin nicht so richtig konsequent. Nehmen wir zum Beispiel die Geschichte von der ILA, zu der mich ein paar entsetzte Mails erreichten, ungefähr mit dem Inhalt: “Wie kannst du dich nur so kritiklos an Kriegsgerät begeistern?” – Das verstehe ich durchaus als berechtigte Kritik an meiner punktuellen Kritiklosigkeit, die ich weder guten Gewissens verteidigen noch wenigstens sauber wegargumentieren kann. Die Mailschreiber haben recht, als bekennende Pazifistin darf man eigentlich keine Freude haben an einem kriegerischen Stahlungetüm wie zum Beispiel dem Eurofighter. Hab ich aber. Der Donnervogel (und die anderen aus derselben Kategorie) zeigen sich halt in dem Moment, in dem sie ihre Rollen und Loopings und Überflüge zeigen, nicht als todbringendes Kriegsgerät, sondern als geiles, lautes, stählernes Spielzeug. Und ebenso sicher, wie ich immer noch gegen jede Kampfhandlung auf die Straße gehen würde, habe ich an so einer Vorführung mindestens ebenso viel Spass wie an einem erstklassigen Rockkonzert. Ist nicht logisch. Kann ich nicht erklären. Ist aber so.

Ähnlich verhält es sich mit der Türkei-Fussball-Geschichte. “Wie kannst du so ein nationalistisches Event so niedlich wiedergeben?” fragt eine Freundin, offline. Ja, wie kann ich? Wir haben schön gefeiert, mit unseren momentanen türkischen Freunden. Ich hatte eine nicht ganz so angenehme Gänsehaut, als das eine Grüppchen mit begeisterten “Allah, Allah”-Rufen vorbeimarschierte, aber da haben etliche Halbmondfahnenträger rund um mich genau so mit dem Kopf geschüttelt wie ich selbst.

Ich weiß halt auch nicht. Spass ist Spass, und Ernst ist Ernst – das ist wohl der Kernpunkt bei solchen Geschichten. Als andere wäre dogmatisch, und das gefällt mir ja nun auch wieder nicht.

EM-Blogging, Tag 4

Spanien – Russland
Hymnenmäßig würde ich sagen unentschieden, musikalisch sollte bei solchen Melodien mehr drin sein. Dafür beginnt das Spiel trotz Regenschauers schnell und beidseits motiviert.

Natürlich fällt das erste Tor genau dann, wenn ich Mal kurz draußen bin. Und keiner sagt mir, ob’s ein schönes war… :(

Woah, 2:0 – die Spanier sind besser als ich dachte. Und ein schönes Tor war’s auch noch! – So, Halbzeit.

Kopf einziehen, die Satellitenleitungen fliegen tief! (Was hat der deutsche Moderator eigentlich eing’worfen? Hätt ich auch gern was davon!)

[Muss nochmal weg, hoffentlich verpass ich nicht zuviel…]

EM-Liveblogging, Tag 3

Boah, die Rumänen singen heftig! – Französische Hymne leider überhört. Die blau-orangen Dressen sind auch recht hübsch. Und es geht gleich schnell und heftig zur Sache, am Spielfeld und auf den Stimm-Rängen.

Hm, Bildausfälle am ARD, ich werd doch nicht ORF schauen müssen? …geht wieder.

Die ersten 5 Minuten waren ja ganz nett, doch jetzt herrscht Ratlosigkeit auf dem Rasen.

Hmhm, erste Halbzeit schon vorbei? Außer der seltsamen gelben Karte war da ja nicht wahnsinnig viel los.

Hmhm, nettes Schnuckelchen eingewechselt bei den Franzosen. Das macht das Spiel aber auch nicht besser. Die Franzosen frustriert von der dichten Abwehr, die Rumänen wirken fast verwundert, dass Frankreich noch kein Tor geschossen hat. Mittlerweile die Rumänen öfter am Ball, aber sie wissen nicht recht wohin damit. (Ging uns Ösis ja ähnlich… :( )

Frankreich – Rumänien 0:0 – Erstaunlich, sehr erstaunlich.

So, auf zum zweiten Spiel. Die Italiener haben aber schon Mal lauter gesungen… aber die Hymne schlägt jedenfalls die holländische um Längen. Dafür sind die holländischen Dressen knalliger. So gesehen: 1:1.

Eigentlich ist mir momentan gar nicht nach Fussball, können die nicht später spielen?

Wie jetzt, kein Abseits? Tor? in Orange?

Hammerhart. Die orangen Bulldozer haben schon wieder eins drin. …arme kleine Italiener…

Schnelles, spannendes Spiel soweit… verdammt… wollte doch nebstbei noch was arbeiten… (Jetzt aber bitte ein blaues Tor!)

Was gearbeitet. Noch immer kein blaues Tor. Anderblogweitig ertappt gefühlt.

NOCH ein oranges Tor. Irgendwie sind das Endspielqualitäten von den Orangen. Die Italiener, wie sagte der Moderator eben? “Immerhin versuchen sie es noch.”

Niederlande – Italien 3:0 Und jetzt alle: “Ojeeee ojeojeoje…”

EM-Blogging, Tag 2

Der Sufi will unbedingt public viewen, dabei bin ich doch noch gar nicht recht bereit dazu. Ist doch erst der zweite Tag… nawassolls. Schaun wa uns halt an, was aus dem Flex geworden ist.

Unterwegs verzettel ich mich ein bisschen, nett ist es in der Kunstzone Karlsplatz, erreiche den Donaukanal erst mit dem Beginn der österreichischen Nationalhymne. Was soll ich sagen? Das ganze halbe Zelt sang mit (ich dann später, aber nur aus Trotz und weil ich halt den Text seit damals kann, bei der deutschen). Viele waren rotweissrot bemalt, der Einzelgänger im Kroatien-Trikot konnte einem ein bisschen leid tun. Vorerst. Noch. Ab der vierten Minute dann nicht mehr so sehr. Aber trotz Niederlage, unsere Jungs sind besser als befürchtet. Streckenweise spielen sie sogar richtig Fussball. Ich hatte mir das viel schlimmer vorgestellt.

Sage ich auch dem Vollproll, der mir nachher erzählen will, dass der Hickersberger verprügelt gehört. Er hört mir aber eh nicht zu (möglicherweise besser für mich).

Noch ein Spiel hier? Sehen könnte man ja zu Hause besser. Aber der Sound ist gut. Und zum schauen gibt es auch so jede Menge. Hüte und Licht-Tröten und kreative Bemalungen. Und das Bier ist Wieselburger, nicht, so ein lätschertes, naja, “Fanbier”. Und die Stimmung. Und außerdem, naja, wir sind ja schon da.

Beim zweiten Spiel dann ein etwas ausgeglicheneres Fan-Verhältnis. “Die Deutschen” waren aber nicht nur am Spielfeld, sondern auch im Flex (stimmlich) deutlich stärker. Der Sufi flüchtet Müdigkeitsbedingt in der Pause, und das erweist sich als guter move. Während das Spiel spannend bleibt, geht den Fans mit Regenbeginn (ca 60. Minute) etwas die Luft aus. Das Zelt ist nicht dicht, die Hallen-Leinwand hat Empfangsprobleme, und die 11 Bildschirme an der Bar laufen ohne Ton. Hm. Schönes zweites Tor trotzdem, und dann isses aus. “Scheißtag”, fasst einer an der Theke es zusammen, “Erst verlieren wir, und dann gewinnen auch noch die Deutschen!”. Am Häusl noch, etwas sinnierender, ein Gör im Polen-Trikot: “Die Kroaten und die Deutschen haben gewonnen, die Österreicher haben die Party, aber was haben wir?” – “Na immerhin einen Formel1-Sieg”, hätte ich sagen können, wusste ich aber zu der Zeit noch nicht. Aber unterm Strich hat ja doch jeder etwas bekommen.

In der U-Bahn dann noch ein Trupp Kroaten, einer davon mit Gitarre, und alle singen sie kroatische Lieder. Dann tuscheln sie ein bisschen, blinzeln zu einem traurigen Trüppchen mit großen Österreich-Hüten, einer ruft: “He Kollega, wird schon wieder gut!” – und dann singen sie “Immer wieder Österreich”, in ihren Kroaten-Leiberln, und der Rest der U-Bahn freut sich mit.

EM-Blogging, Tag 1

(Subjektives Spass-Live-Blogging, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.)

So, jetzt fängt sie also an, diese EM. Mit Alphornbläsern. Und Menschen in seltsamen Ballonanzügen mit Kisten auf dem Kopf. Und mechanischen Kühen. Muss kichern, irgendwie mag ich den Schweizer Humor. Oder ist das gar nicht lustig und ich versteh nur nichts von Kunst? Der Moderator weiß es auch nicht. Vor meinem Fenster ein Gewitter. Soll ich mir jetzt ein Bier aufmachen oder später? Immer diese Entscheidungen…

Spiel 1: Schweiz gegen Tschechien. Die Tschechen singen ihre traurige Hymne und haben einen Dschingis Khan mitgebracht. Die Schweizer lassen vorsichtshalber Heidi singen. Das Publikum ist begeistert.

OK, an’kickt is’. Die Schweizer jubeln. Mein Nachbar geigt unbeeindruckt. Die Tonleiter endet mit dem ersten Schweizer Torschuss.

Abgelenkt vom Telefon. Die Schweizer scheinen sehr motiviert zu sein, obwohl Dschingis Khan schon einen von ihnen gehauen hat. Oder sie laufen deshalb so viel, damit ihnen bei 13 Grad im Stadion nicht kalt wird.

Ich weiß jetzt nicht genau, ob mich die Arbeit vom Fussball ablenkt, oder umgekehrt. Mein Fernseher ist zu klein, um die Feinheiten zu sehen. Ich kauf mir aber trotzdem keinen neuen. Ich verlass mich auf den Sprecher. Auf den deutschen also. Ich weiß auch nicht, die hiesigen Fussballkommentatoren und meine Ohren, das passt nicht zusammen.

Nebenbei nach Open-Air-Locations gesucht. Die Fanzone kommt keinesfalls in Frage – mieses Bier und Kleidungsvorschriften, nein danke! Das Flex darf leider nicht so, wie es will. Hm. Das Geschrei eben war übrigens schon wieder kein Tor.

Oh yeah, Körpereinsatz in Zeitlupen-Nahaufnahme, dazu EmotionsGesichter, für die das Spiel bitterer Ernst ist. So geht Fussballfernsehen.

Pause.

Zweite Halbzeit, Dramen und Gebrüll, aber keine Tore. Seltsam. Wenn ich raus gehe, fällt doch sonst immer ein Tor?

Gebrüll, aber noch immer kein Tor. Wenn die nicht öfter Mal eine Großaufnahme bringen, wie soll ich dann meinen neuen Lieblingsspieler finden?

Wasumallerweltwardasdenn? Ein Tor? Für die Tschechen? Woher? Warum?

Geht recht heftig zur Sache jetzt. “Wer kein Tor schießt, bekommt eins” unkt der Sufi telefonisch. Noch 3 Minuten. Die Schweizer wirken leicht konfus.

Oj-Je! 0:1 – Ich hätt ja den Schweizern das erste Tor & den ersten Sieg gegönnt. Hmhm. Dann schaun wir Mal weiter.

Spiel 2: Portugal – Türkei

Die Portugiesen singen laut, falsch und mit Begeisterung, und die Jungs sehen ganz gut aus. Die Türken singen auch, aber leiser. Und das Matchcenter hat es richtig erkannt: Das Spiel hat begonnen.

Das Spiel läuft hinter mir und klingt langweilig. Die Arbeit vor mir deutlich spannender.

Hups, das wär ja jetzt fast ein Tor gewesen. So plötzlich aus dem Hinterhalt.

Akustisch betrachtet wird das Spiel offenbar langsam schneller (Ha!). Hab aber noch keine Zeit zum Hinschaun.

Erste Halbzeit beendet, 0:0 – glücklich oder unglücklich, je nach sichtweise. Dürft aber schön gespielt gewesen sein (ich arbeite noch immer).

ZDF Kommentator: “Auf zdf.de, da haben wir dann auch einen Blog eingestellt”. Hm, aha.

Oh ja, Tor! Und was für eins! Fesch!

Woah, und noch eins! Portugal, va! (oder wie immer das auf portugiesisch heißen mag)

uuund, abpfiff. 2:0 Übrigens, der 5. Bezirk ist erstaunlich ruhig geblieben, trotz Türkei-Spiel. Hmhm. Sind die alle in der Fan-Zone?