Von Mitternacht bis Mitternacht

Ein Hund auf drei Beinen, die Katze auf einem Auge blind. Hangover in a morning train. Unerwartet vertrautes Gefühl. Der Mann in meinem Zug-Buch ist den Kater gewöhnt. Zwischen den Augenlidern Bilder von der Nacht davor. Menschen, Menschenbilder. Man hält mich für distanziert, erfahre ich über zwei Ecken. Ich fühle mich nicht distanziert. Verstecke mich trotzdem hinter der Kamera. Muster. Der Rettungsring Musik. Neues. Nicht mehr die Jüngste. Gesichter, Menschengesichter. Möchte hingreifen, Leben ertasten. Lasse es. Später Videos noch, zu zweit. Ein längst verschollen geglaubtes. Jemand wird sich freuen, erstmal freue ich. Mich. Noch später kenne ich die Frau nicht, die auf der Bühne ich ist. Zu spät, um zu analysieren. Artikulieren. Es war. Es war gut.

Der Zug kommt an. Gerade, als das Buch spannend wird. Die Jacke zu warm. Die große Straße voller Menschen. Der Frühling summt. Beine gehen aus reiner Gewohnheit. Jemand will nicht blau machen. Nur nicht denken jetzt. Das Fenster offen, der Bildschirm blüht. Das Konzert heute passt nicht in meinen Kopf. Passt aber dann in meine Ohren. Nur nicht reden müssen.

Geht gut.