100 x 100 (51)

Man sagt mir, ich soll mehr schreiben. Ich lache. ich schreibe ohnehin pausenlos, halt nicht für mich, aber Worte sind Worte. Nicht alle sind für die Ewigkeit, und das ist sehr OK so. Man sagt mir, ich sehe nicht aus wie 51, aber wie sieht man denn aus mit 51? Ich kenn Leut in meinem Alter, die jünger ausschauen als ich und solche, die älter ausschauen. Was macht das schon für einen Unterschied? Mein ich war immer schon zeitlos, daran ändern weder Jahre noch Falten irgendetwas. Man sagt so viel, wenn der Tag lang ist. Ich schweige immer noch gern.

Wanderung mit Blümchen und Fluss

Als die Füße heute wieder unruhig wurden, hatte der Kopf dank reduzierter Außentemperaturen endlich einmal Gelegenheit, ein Wunschziel einzubringen. Die Blumengärten Hirschstetten sollen nämlich nicht nur eine kurzweilige Spazierumgebung bieten, sondern auch Gelegenheit zu großartigen Fotos – hatte ich mir zumindest erzählen lassen. Die Füße stimmten zu. Verkehrstechnisch einigten wir uns, mit der U-Bahn zu fahren, die lächerlichen 4 Stationen mit dem Anschlussbus wollten die Füße selbst in Angriff nehmen.

Die Gegend um die U-Bahnstation Apsernstraße ist merklich Neubaugebiet. Es wirkt etwas verloren und verlassen, aber größtenteils auf sympathische Art. Die Kombination von neuem Wohnbau und wilder Gstätten hat mich halt schon immer fasziniert.

Ich weiche vom vorgegebenen Weg ab und laufe durch die kleinen Gassen zwischen Aspernstraße und Erzherzog-Karl-Straße. Hier sind Reihen- und Einzelhäuser in neu und mittelalt, bis in die 80er zurück vielleicht, die alle hell und freundlich aussehen und viel Grün in sich und um sich herum tragen. Fotografieren trau ich mich nicht recht, weil aus jedem zweiten Garten eine misstrauische Oma linst. Schade eigentlich, vielleicht fahr ich dort mit weniger Zurückhaltung noch einmal hin.

Ein Stückchen weiter ist die Zeit wohl eine ganze lange Weile stehengeblieben.

Und wieder ein Stückchen weiter locken Blumen- und Bauernläden die Kundschaft an. Sehr urban wirkt es hier nicht mehr. Es ist windig und kühl, insgesamt sehr angenehm.

Dann verirre ich mich auf eine Baustelle, die Google Maps nicht kennt, und finde nur unter Missachtung aller Verbots- und Hinweisschilder und mit Überklettern zweier Betönklötze wieder in die richtige Richtung, was weder die Bauarbeiter noch die abladenden Lastwagenfahrer stört, sondern nur den Radfahrer, der am anderen Ende des Zauns sehnsüchtig in die Richtung schaut, aus der ich gerade gekommen bin. „Da darf ma ned durch“, zeigefingert er. „Jo eh“ sage ich, recht entspannt, weil ich bin ja schon durch.

Noch eine Straße mit Satellitenwohnbau links und Vorstadtgewerbe rechts, dann habe ich die Blumengärten erreicht. Auf dem Fon habe ich irrtümlich HDR aktiviert, was diesem Arrangement in der Einfahrt einen surrealen Touch gibt.

Gleich beim Eingang lockt das Palmenhaus. Obwohl mir mehr nach Outdoor zumute ist, werfe ich einen Blick hinein. Kaum ist die Tür hinter mir zu, ziept ein exotischer Vogel an mir vorbei. Damit habe ich nicht gerechnet. Die Dschungel-Atmosphäre wirkt authentisch.

In der Mitte ein kleiner Teich, hinten handgeschnitzte Sessel. Eine Treppe, auf die man nicht hinaufdarf. Ich versuche eine Zeitlang, die Vögel zu fotografieren, die aber immer nur ganz schnell zum Wasser runterschießen und dann wieder im Blattwerk verschwinden. Den einen, der eine halbe Minute lang stillsitzt, erwische ich nicht, weil die Linse der großen Kamera von der Feuchtigkeit beschlägt. Na gut, wenden wir uns halt den anderen Tierchen zu.

Der Eidechs ist übrigens aus dem mediterranen Raum, der – zumindest in Hirschstetten – viel wärmer ist als die Tropen. Die Orchidee (wieder im Tropen-Raum) hält auch still.

Subtropisch gäbe es dann auch noch, aber mich zieht es an die frische Luft. Draußen spaziert man erst einmal an vielen geschlossenen Holzhüttchen vorbei, bevor man zu den Themengärten kommt. Die sind gut und liebevoll gemacht, immer wieder mit gemütlichen Sitzecken durchsetzt, aber dennoch hat mich irgendwie die Lust am Fotografieren verlassen. Vielleicht, weil ich heute ganz auf Makro eingestellt bin, die Aufbereitung nach Geographie oder Gartentyp eher nach der Totalen verlangen würde. Vielleicht weil es schon halb sechs war und die Gärten um sechs schließen. Oder vielleicht weil eh alles schon so gut sortiert ist. Oder weil überall übermütige Kinder herumtollen, die auch wildfremde Fotografinnen erbarmungslos umrennen. Ein paar Shots sind aber doch gelungen.

Nicht im Bild: Die mir immens sympathische Schildkröte, die mit geradezu demonstrativ faulen Paddelbewegungen den Teich durchquerte. Ich schätzte, übermorgen würde sie das andere Ufer erreichen. Ich hatte schlagartig Lust, mich auch ins Wasser zu werfen und ebenso träge dahinzutreiben.

Nach dem Erklimmen des Hirschstettener Weinbergs beschließe ich, den Rest ein andermal zu erkunden – am besten außerhalb der Ferienzeit. Der 26er, der am anderen Ende der Gärten fährt, soll laut Anzeige in 18 Minuten kommen, und da die Füße nicht so lange herumstehen wollten, gehen wir halt wieder ein Stück zu Fuß. Immer an den Straßenbahnschienen entlang, so gehts auch zur U2. Die Gegend hier nicht mehr ganz neuer sozialer Wohnbau; dennoch freundlich, nur die Fauna besteht aus hilflos ausgesetzten Gittertieren.

Ich weiß nicht recht, warum ich auf diesem Abschnitt nicht mehr Fotos gemacht habe – gerade das letzte Stück Richtung U-Bahn ist ein faszinierender Mix aus alter Satellitenstadt, neuer Stadtplanung mit U-Bahn, Straße und Baustellen sowie reichlich faszinierenden Gstätten. Ich glaub, da muss ich auch noch einmal hin.

Die U-Bahn sollte mich dann von der Hausfeldstraße nach Hause bringen. Ein bisschen was vorbereiten für morgen, ein bisschen herumhängen. Aber da hatte der Kopf die Rechnung ohne die Füße gemacht, denn die verließen den Zug ohne Vorwarnung in der Station Donaumarina. Der Kopf indes hatte nicht wirklich was dagegen. Ein Stück noch an der Donau entlang, so unaufdringliche Sommertage sind ja auch selten, und Wasserblick mit Abendlicht geht immer.

An der Donau pfeift ein frischer Wind (nicht ganz ein Sturm), und ein Wasserski-Fahrer übt das Heckwellensurfen an der schlappen Leine. Ich frage mich zum 99. Mal, wie man wohl an eins der Hausboote auf der anderen Seite kommt, und dann frage ich mich, warum ich das noch nie recherchiert habe, obwohl ich jedesmal beim Vorbeigehen dran denke. In der Donaumarina (dem Freizeithafen) ist nichts los, obwohl im Donaumarina-Lokal alle Tische besetzt sind. Ich wandere weiter und frage mich angesichts des Hilton-Waterfront-Gartens, warum auf dieser Seite der Donau ausschließlich Schicki-Lokale sitzen und nicht ein ganz normales Beisl, in dem ich jetzt nämlich ganz gern eine Kleinigkeit gegessen hätte. Vor dem Hotel, das glaube ich früher mal ein Scandic Crown war, ankern Frachter, die meisten mit Heimathafen weit donauabwärts, und das ist irgendwie ein ganz entzückender Kontrast. Nur das mit der korrekten Beflaggung sollte dieser Kapitän nochmal üben.

Ein paar Schritte weiter lasse ich mich auf einer Treppe nieder, die ins Wasser führt (obwohl man hier definitv nicht baden sollte), rolle mir eine Zigarette und existiere ein Weilchen zufrieden in Sonne und Wind.

Eine Entenfamilie kommt zu Besuch, zieht aber bald enttäuscht ab, weil zu essen hab ich nichts dabei.

Dann weiter Richtung Reichsbrücke. Die Lastkähne werden spärlicher, dann das erste Kreuzfahrtschiff. Hinter mir drei Amis, ein Typ und zwei Ladies, die ihre Koffer an der Donau entlang rollen. Aus dem Hilton? Auf dem Weg zu einer Kreuzfahrt? Oder doch zum Flughafen? Alle drei sind jedenfalls traurig, dass sie nur zwei Tage in Wien waren, das war viel zu wenig. Als sie mich überholen, weil ich eine Fotopause mache, sehe ich: Eine von ihnen geht auf locker 8 Zentimeter hohen Korkstöckeln, das ringt mir Respekt ab. Ich tät schon bei vier Zentimetern stolpern. Aber wieso irgendein Reisender, der seine Sinne beisammen hat, diese seltsamen Koffer verwendet, die man vor sich herschiebt anstatt sie hinterherzuziehen, das erschließt sich mir immer noch nicht. Dafür einem unglaublich roten, möglicherweise historischen Kran begegenet.

Nun werden die Kreuzfahrtschiffe deutlich dichter, bassige Motoren pulsieren da und dort, und ab und zu dringt eine kräftige Dieselnote an die Nase. An der Reichsbrücke gibt es einen mir bislang unbekannten Springbrunnen, der ganz neue Blicke auf die altehrwürdige Franz-von-Assisi-Kirche ermöglicht.

Gegenüber parken die Donaukreuzfahrtschiffe jetzt in Dreier-Reihen nebeneinander, davor vergnügen sich Touristen wie Einheimische im Outdoor-Gym oder hängen in Hängematten herum, und ich sollte jetzt doch zumindest in diese U-Bahn hier einsteigen, um noch halbwegs zeitig heimzukommen.

Mag aber nicht.

Da gäb’s ja sogar noch ein Lokal, das Gäste auch ohne Schlips und Goldkreditkarte bedient. Ich bin ein Augenblickerl lang beglückt, bevor ich des DJs ansichtig werde, dessen Soundauswahl Momente später an mein Ohr dringt. Nein, Belanglosigkeits-Elektro-Chill-Musi geht jetzt gar nicht. Ü-ber-haupt nicht.

Unschlüssig quere ich den Handelskai. Man könnte ja auch ein paar Stationen mit der U-Bahn fahren und dann noch am Kanal abhängen. Man könnte auch die Praterstraße entlanggehen und dort kulinarisch zuschlagen. Man könnte… ach, man könnte so viel. Aber mich ziehts zurück an dier richtige Donau. Ich hol mir beim türkischen Nah-und-Frisch-Greisler ein Wurstsemmerl und ein Wasser und ein Bier und geh zurück zu den dieselnden Schiffen und zum freien Wasser. Gut versorgt und zufrieden  vorbei an den erleuchteten Speisesälen der unkriegerischen Kreuzfahrer. Ein Stück flussaufwärts freier Blick auf Fluss und Gegend.

Ich jausne gemütlich mein Semmerl, richtig kühl wird es jetzt im Wind, aber ich hab ja noch mein Tuch. Ein altes Pärchen kabbelt sich auf einer nahen Bank ums Programm fürs Wochenende, eine Gruppe Asiaten mit Selfies-Sticks bleiben kurz stehen, um mir zuzusehen, wie ich ganz ohne Stick auch einen Selfie mache. Als ich freundlich winke, flüchten sie.

Aus den Kreuzfahrtschiffen quellen nach dem Abendessen Rauchwillige, und mein Semmerl ist aufgegessen und mein Bier ist ausgetrunken und die Zigarette danach ist auch geraucht, also mache ich mich jetzt auf den Weg. Zur U-Bahn. Wirklich.

Als ich heimkomme, dröhnt von irgendwo auf der Gassn grindige Mittelmehr-Diskomusik. Seltsamerweise stört mich das gar nicht.

Also, fast gar nicht.

Ach, verdammte Scheiße, ich mach einfach das Fenster zu.

[13,2km]

Engel sind auch nur Geflügel…

…steht auf dem T-Shirt, und ich mustere den Träger, Bikertyp der entspannten Sorte, unverdächtig genug um ihm ein „cooles T- Shirt!“ hinterherzurufen, und er dreht sich um und sagt „Danke“ mit dichtem Tiroler k.

Ich stehe in der Sonne und rauche, denn im Schatten gibt es keinen Platz um die Tasche abzustellen, außer den Boden. Die Sonne brennt, obwohl es noch früh ist, der Cappuccino ist schwach und der Becher leckt, sitzen will man auf dem dreckigen Betonklotz nicht, aber für die Tasche reicht es. Eine rauche ich noch,  eine habe ich immer noch geraucht, heute halt mit Blick auf die staubige Riesenplastikerdbeere im Rieseneinkaufswagen, die für eine Supermarktkette wirbt und die Sicht auf die Abfahrtstafeln verstellt, als wäre Konsum der eigentliche Sinn sogar dieses Ortes.

Wann die Bahnhöfe und die Plätze davor so ungemütlich geworden sind, frage ich mich, Beton und Weite, aber keine Sitzbänke, keine Treffpunkte, und innen erst: Kauftempel an Kauftempel und strenge metallene Sitze mit plakativ uneinladendem Charakter, mehr alibihalber aufgestellt als für den Komfort der Reisenden.

Die Sommernomaden gibt es immer noch, bunt und mit wehenden Haaren, rucksackgewohnt aber deutlich verloren in der glasbetonglänzenden Wüste der kapitalgetränkten Effizienz.

Mein Railjet geht von Bahnsteig 8, wie üblich, er ist gesteckt voll wie in letzter Zeit öfter, und ich frag mich, wann das Wegfahren so unaufregend geworden ist, dass ich 5 Minuten vor Abfahrt noch locker zwischen den Zugteilen nach München und nach Bregenz stehe,  um den weniger überlaufenen auszuwählen.

Man hätte natürlich auch reservieren können, aber reservieren im Zug fühlt sich immer noch an wie etwas was alte Leute auf den Weg in die Sommerfrische machen, nicht etwa 50jährige junge Hupfer auf beruflichen Wegen.

OK, das könnte man vielleicht einmal überdenken.

Davor noch eine interessante Nacht mit windzerzausten Traumbildern und ein Sommermorgen-Ichschlafnoch-Selfie.

Jetzt fürs erste Schluss mit Reiseträumen und -philosophien, die Arbeit ruft.

Samstags in der heißen Stadt

Ein Schmuckmarkt neben einem Benefiz-Fussball-Turnier wollte besucht werden – Details dazu drüben beim Dorian.

Selber war ich viel zu sommerfroh, um mich mit Stilfragen oder altersadäquater Kleidung aufzuhalten.

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Nach viel Geplauder mit besten Arbeitsabsichten den Rückweg in die Stadt angetreten. Allerdings war die Straße im Halbwald viel zu hübsch, um sich in einen Bus zu setzen, der ohnehin erst in 17 Minuten gekommen wäre, und ich spazierte ein Stück zu Fuß. In dieser Gegend hatte ich vor ziemlich genau 20 Jahren einmal sechs Wochen in einer verwunschenen Pension verbracht (zwischen zwei Wohnungen sozusagen), und ich machte ein paar Schwenks zur Spurensuche. Allein, die Pension gibt es nicht mehr. Das fragile Haus mit Jugendstiltür- und Fenstern, mit den nachts säuselnden Trauerweiden im Garten, mit der grantelnden uralten Gastgeberin („Wenn’s noch zehne hamkumman, sans leise! Und nach zwöfe kummans am besten goa nimma!“) hat offenbar modernen Appartments Platz gemacht, die so ganz und gar kosmopolitisch charakterlos an dieser Straße stehen, dass einem das Träumen ganz unmd gar vergehen könnt.

Und auch sonst gibt es so einiges nicht mehr, hier draußen. Das Füllfeder-Geschäft, in dem ich meine erste Lamy Safari gekauft habe, gibt’s nicht mehr. Das Lokal mit dem unglaublichen Garten, in das ich immer mal gehen wollte, aber nie gegangen bin, gibts nicht mehr.

Resi-Tant

Und das Lokal, in das ich eigentlich nie gehen wollte, weil die Ankündigung an der Tür immer schon etwas fragwürdig wirkte, das gibt’s auch nicht mehr.

Vorzügl. Wr. Küche

Als bekennender Vorstadt-Fan war ich dennoch beglückt über meinen Spaziergang. Kleine Geschäfte, Hundeomis, Babymütter. Hiesige und Zugezogene, alle scheinen etwas mehr Zeit zu haben, als man so aus der Innenstadt gewohnt ist. Brennsonne und Wind, der mir den Strohhut  so oft vom Kopf weht, bis ich ihn endgültig in den Rucksack stopfe. Aber das Gewitter, vor dem sich alle fürchten, kommt nicht. Noch nicht. Ein Sommertag, den ich mir nach und nach erstehle. Die Arbeit muss warten. Morgen solls ja eh kalt werden. Ein Eis noch aus einem tatsächlich übriggebliebenen Greißlergschäftl, ein paar hundert Meter weiter ein Mineralwasser aus einem anderen, halb schon türkisch angehauchten, allerdings mit einheimischer Bedienung.

Beim Stadtbahnbogen dann doch wieder in die Straßenbahn eingestiegen, warum eigentlich? Seltsam desinteressiert am EM-Spiel, dessen Tore – auch die vom Elferschießen – mir die App brav meldet. Polen is weiter. Na bravo.

Full Stop Moments

Du hast gute 14 Stunden durch gearbeitet, wieder einmal. Dunkel ist dir bewusst, dass das vielleicht nicht die beste Praxis ist, vielleicht sollte man die Arbeit besser verteilen, gesünder wäre das, vernünftiger, als sich nach ein paar gemütlich halbverschlampten Tagen dann wieder von 9 bis nach 23 Uhr vor den Computer zu pflanzen- aber ehrlich: würdest du dafür auf den Sonnentag verzichten wollen, an dem du schon um 12 Uhr sagst, der Computer kann allein im Eck sitzen bleiben? Es ist eine Seufzerl-Frage, so oder so, weil ändern wirst du dich wohl kaum mehr, auch wenn die neoliberale Leistungsbegeisterung mit ihren imperativen Optimierungstipps zunehmend auch aus ansonsten unverdächtigen Freundschaftslöchern kriecht. Nine to five ist nichts für dich, das immerhin hast du immer schon gewusst.

Also mit trockenen Linsen und viereckigen Augen die letzten Handgriffe des Tages, von Kaffeehäferlabspülen über Zähneputzen bis zu Blümchengießen, und das Fenster auf. Draußen seufzt ein Frühlingsstürmchen, und du bleibst ein Momenterl lang lehnen am Fensterbrett. Die Luft ist nicht kalt, nicht warm, sie ist einfach nur.

Dann dieses Auto, das Fenster halb offen, die Stereoanlage voll aufgedreht, es ist einer von diesen peinlichen Songs, die zu mögen du sonst eher nicht zugibst, außer vielleicht im vielbierigen Weltenschwindel, aber auch das nur um vier Uhr früh.

Aber es stimmt, verdammtnochmal, auch stocknüchtern computerverkatert und frühlingsentzugberegenwettert, es ist einfach so: Everybody’s got a Hungry Heart. Friss das, Vernunft! Ich pfeif auf dich.

Bruce Springsteen – Hungry Heart [with Mumford and Sons]

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