Schlagwortsteiermark

Gegend in Weiss

Weststeiermark.

Wetter besser als erwartet

Semmering-🍺 :)

Die letzte ihrer Art?

Bahnhofsgeschichten

Fehring. Welke Blätter tanzen zwischen den Autos im Kreis. Einheimische Passanten schauen irritiert auf meine nackten Füße neben den Schuhen, die ich ausgezogen habe. Die weniger Einheimischen scheinen damit kein Problem zu haben. Die S-Bahn stellt den Motor ab und es ist ganz still. Nur ein seltsamer Vogel in der Föhre macht ab und zu ein Geräusch irgendwo zwischen Krächzen und Grunzen.
Eine ungefähr 8-köpfigeFamilie aus einem französisch Sprechenden afrikanischen Land steht ratlos vor dem Ticket-Automaten und ersucht mich um Hilfe. Dass die Einzeltickets viel zu teuer sind und ein Family-Ticket viel besser ist, weiß aber dann die Dame aus (vermutlich) Bulgarien, die trotz der kombinierten Sprachkenntnise aller Anwesenden (mindestens sechs) keiner verbalen Verständigung fähig ist. Stattdessen tippt sie resolut und zielsicher am Automaten die Daten ein und zeigt auf die wesentlichen Elemente am Schirm. Völkerverständigung durch Technik.

Am Bahnsteig draußen erzählt mir dann eine ungarische Dame, dass die Ticket-versierte Nichts-Bekanntes-Sprecherin täglich aus Graz anreist, um vor dem Spar-Markt zu betteln, in dem sie, die längst Eingebürgerte, arbeitet. Seltsame Universen globaler Ex-Pats.

Auf der Bank liegt ein Zettel mit den üblichen FPÖ-Lügen zum Thema Asylwerber, der längst als Fake enttarnte Vergleich mit der Österreichischen Arbeiterfamilie. Ich werf ihn weg und zwei Typen auf der Nebenbank schauen mich sehr böse an.

Unterwegs dann Kürbisse und Mais. Und dann Mais und Kürbisse. Der Himmel graut.

Graz, kurz, zwischen zwei Terminen

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Anfangs geht es nach Gösting. Weiterlesen

Weltbewegendes Wochenende ohne mich

Was will man denn seinen Kindern erzählen, wo man gewesen ist, als das größte Musikspektakel aller Zeiten über die weltweiten Bühnen ging?

fragt die TAZ schulterzuckend, während das “weltbewegende” Live 8 verbal zurecht unter den Teppich der Geschichte gekehrt wird.

Nun habe ich zwar keine Kinder und gedenke auch nicht, noch welche in die Welt zu setzen, möchte aber trotzdem nicht versäumen, zu erwähnen, dass ich während des “größten Musikspektakels aller Zeiten” herrlich zeitlos auf dem Fürstenfelder Flugplatz sass und mit Fallschirmspringern, Seglern und sonstigen Kapitänen bei einem spektakulären Sonnenuntergang über das Sein über und unter den Wolken und über sonst noch so manches plauderte, aber ganz bestimmt nicht über Bob Geldorf und sein geschrägtes Geltungsbedürfnis.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass das Leihkind (das mit seinen 13 Jahren fortan als Jugendlicher zu bezeichnen sein wird, wie der Sufi nicht müde wurde zu betonen), ebenfalls völlig ungerührt von den globalen Tönen, damit beschäftigt war, den Handy-Rekord im Breakout zu brechen.

Unbehelligt von uns (wie wir von ihm) tönte das Spektakel weiter, als wir auf der Suche nach einer abendmahlgeeigneten Buschenschank keine solchige fanden, sondern stattdessen in der tiefsten Kegelbahn der ganzen Umgegend wunderbare Koteletts und Bratwürste mampften. Anschließend wurde ich von Sufi und Ober-Fuzzo (von dem mich am meisten wundert, dass er gegen diesen Kosenamen keinen Einspruch erhebt) in die Geheimnisse des Bauernschnapsens eingeweiht.

Das Spiel erschien mir allerdings deutlich komplizierter als zu meinen Vorschul-Kinderzeiten, als meine Mutter es mir beibrachte und ich jedes Spiel gewann (vermutlich, weil sie das so eingerichtet hat), sodass ich die zwei Zocker ohne mich weiterspielen ließ und (zweiter Kindheits-Flashback) stattdessen auf die – man glaubt es kaum – wunderbare altmodische Kegelbahn aus gestampfter Erde mit Holz-Mittellauf schaute. Die Kegel sowie die Kugeln waren natürlich auch aus Holz – und wenn der Kegler den einen oder anderen Holz-Kegel umgestoßen hatte, schoß aus der vergitterten Seitentür ein kleiner Bub, um die Kegel wieder aufzustellen und die Kugel in den (natürlich!) hölzernen Rücklauf zu werfen.

Genau auf diese Art habe ich mir vor guten 30 Jahren mein allererstes Taschengeld verdient. Ich war sehr gerührt und hätte mich durchaus noch weiter rühren lassen, aber die Herren hatten genug geschnapst und plädierten auf Heimfahrt. Also fuhren wir durch die grillendurchzirpte Nacht, mit EoC und Funny van Dannen im CD-Player, zurück in unsere gemütliche Ferienwohnung, die uns dann dank des mittlerweile obligatorischen Sat-TVs, doch noch in das Mega-Konzert einludt.

Das darf man sich so vorstellen: Der Sufi las (auf dem Bett liegend) eine Zeitschrift, ich las (am Balkon sitzend) meinen Krimi, während der Bub (ist das jugendlich genug?) sich gewünscht hatte, noch ein bisschen zappen zu dürfen. Auf jedem zweiten angezappten Kanal war irgendeine Bühne mit irgendwelchen Leuten zu sehen. “Ist das Pink Floyd?” fragte der Sufi anläßlich eines besonders rückkoppeligen Gitarrentons, ohne aufzusehen. “Das ist doch nicht Pink Floyd”, antwortete ich nach einem Blick auf den Schirm. Ein paar Zapper weiter lauerten tatsächlich Pink Floyd, was mich allerdings auch nicht vom Zähneputzen abhalten konnte.

Bye bye, Love

Und dann geht die Sonne unter hinter dem Weinberg; sehr schön, aber unwiderruflich.

Oststeiermark

Heute hält der Nebel länger

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Fürstenfeld, sinnlich

Deutlich Herbst – trotz des Traumwetters.

Revolutionäre Schlappen<

Mahlzeit!

Nach dem Fliegerkirtag über den Semmering

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Fast ein Sommertag

Rasenmähend, stundenlang dieses ungeeignete Elektrogerät über die viel zu hohe Wiese spazierengeführt, bis er schliesslich, eigentlich knapp vor dem Ziel, erschöpft aufgab.

Nicht, dass ich nicht auch erschöpft gewesen wäre. Aber ich hätte dieses letzte Viertel vom Garten noch fertiggemacht. Ganz bestimmt. Wenn mir das Ding (der Rasenmäher) nicht unter den Händen zusammengebrochen wäre.

Passte aber grad ganz gut: Der Sufi war ohnehin schon ganz nervös, weil er ins Cafe Storch wollte, wo sie die riesige Videoleinwand haben und freundlich genug sind, den Sufi die ran-Bundesliga anschauen zu lassen.

Naja, 2 Biere später wissen wir’s: Schalke wäre beinahe Meister geworden. Beinah. Schade, irgendwie.

Danach im letzten golddurchwirkten Sonnentageslicht zu den Wundschuher Teichen, und dort ist Ruhe von den Menschen, und was für ein Konzert: Vögel, Frösche, Fische die springen und schmatzen, dazu der Teich, der langsam, ganz langsam zur Ruhe kommt und den Wald, den Tag spiegelt in seiner wellenbefreiten Oberfläche.

Klar muss man da noch ein Bier trinken, die Seekneipe ist eine GAK-Hochburg, wie’s scheint, aber was die GAK-Fans heute zu singen haben, ist mir entgangen. Stattdessen nehme ich mein Bierglas und gehe runter zur Bühne am See, dort ist es still, und ein kaltes, klares Licht liegt über dem Horizont. Dazu die Frösche, die Vögel, und ab und zu ein Fisch. Und so kann es bleiben.

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