Vielleicht war es der Nachmittag, der regendurchwaschene sonnenberieselte, zwischen Wien und sonstwo, der aus dem Zugfenster eine Sommerlandschaft zeigt, wo doch vor ein paar Tagen noch Frühling war. Vielleicht die Sonnenblumen, die dem vorbeifahrenden Zug nachzublicken scheinen wie die Zuschauer einem Tennisball übers Netz. Vielleicht die Getreidefelder, stolz und goldbraun jetzt, oder der Kukuruz, nassglänzend und oberschenkelhoch.

Vielleicht die schleppende Probe, die uns alle glücklich macht, nach dem Motto: Verpatzte Generalprobe gibt erstklassiges Konzert.

Vielleicht war es das Bier danach oder die beinah unverhofft aufgetauchte Vergangenheitsgestalt Freundesbruder. Vielleicht der kaltwarme Wind am Bahnhof, der mich denken läßt, dass ich genau das vermissen würde, wenn ich woanders lebte: Den flüchtigen Moment zwischen warm und kalt.

Vielleicht war es der Bahnbeamte, der im ansonsten dunklen Zimmer auf einem hellen Bildschirm das Aufgehen einer Patience erhofft hat.

Vielleicht waren es die Räder auf den Schienen, ganz bestimmt keine Flüstergarnitur sondern ein Uraltmodell das schnaubt und ächzt und quietscht. Vielleicht der Schaffner, der es kaum fassen kann, dass ich dem neuen Fahrkartenautomaten ein korrektes Ticket entlocken konnte.

Vielleicht diese Gestalt in der Halle unter dem überdimensionalen Aschenbecher, die beim Geräusch meienr Schritte den Kopf hebt und irgendwo aus dem verfilzten blonden Haarschopf kaum verständlich murmelt: “Du host ned zufällig a poa cent über, na, gö, hob i ma eh gedacht.”

Vielleicht diese Rolltreppe, nicht wirklich schmutzig aber sauber auch nicht, nur ein bisschen trostlos, hinunter hinein in den matten Maulwurfstunnel aus dem hell erstrahlten Bahnhof.

Vielleicht der hoffnungslos veraltete Mordillo auf der U-Bahn-Leinwand. Vielleicht das Restwasser auf dem Kopfsteinpflaster, in dem sich funzelnde Laternen spiegeln.

Vielleicht nur ein Zufall.

Vielleicht alles zusammen.

Ich. Bin.

Jetzt.

Hier.