Virusträume


Geträumt, ich wollte mit eine chinesischen Freundin aus Peking zurück nach Wien fliegen. In der Schlange zum Sicherheitscheck holt eine uniformierte, aber sehr freundliche Frau meine Freundin zum Coronatest, Einheimische würden jetzt vor der Einreise UND vor der Ausreise getestet.

Der Test ginge dann recht schnell und würde noch vor der Landung an das Flugzeugpersonal übermittelt, das im Positiv-Fall anderswo landen würde. Ich fand das vernünftig und fragte die Dame, ob ich mich auch testen lassen könnte. (Wo dieses Flugzeug dann „anderswo“ landen würde, fragte ich im Traum nicht). Die Uniformierte bejahte, für  Ausländer würde es aber 136 Euro kosten. OK, sagte ich und folgte den beiden zu einem Labor. Während ich wartete, tauchte der Sufi auf und fragte, warum ich das machen lasse, wenn es doch gleichviel kostet wie zu Hause. „Es geht viel schneller“, sagte ich, und fragte ihn, was er denn in Peking macht. Er sei in Vietnam gewesen, aber von dort könne man nur mehr nach Peking fliegen. Ob er auch den großen Flieger nehmen würde, fragte ich. Nein, sagte er. Er wollte sich ein Pferd kaufen und auf dem Landweg weiterreisen.

Ich wurde ins Labor gewunken, alles sehr weiß und sehr high-tech, inklusive der Labormenschen, die in glänzenden weißen Anzügen mit viel Technik und blinkenden LEDs steckten. Ich kriegte einen weißen Plastikstreifen in den Mund, der müsste dort 5 Minuten bleiben, derweil könnte ich gleich zahlen. Ich fand meine Geldtasche nicht, nicht in der Hosentasche und nicht im Rucksack. Ich muss sie im Hotel vergessen haben, sagte ich zur Laborfrau. Holen Sie sie, sagte die Laborfrau, es ist noch genug Zeit bis zum Abflug. Sie zog den Plastikstreifen aus meinem Mund und versiegelte ihn in einem Glasröhrchen. Dann führte sie mich zur Hintertür, aus der man unvermittelt den Schritt aus High Tech in einen chinesischen Hinterhof machte, Holzhäuser, Holztreppen, ein paar Hühner flatterten herum.

Das Hotel war nicht weit, aber als ich ankam, war es nicht mehr da. Stattdessen war dort jetzt ein Festivalgelände. Vereinzelt standen Menschen vor den leeren Bühnen. Verdammt, dachte ich, wie komme ich jetzt an meine Geldtasche? Ich suchte noch einmal in meinem Rucksack, nichts, dann spürte ich, dass das Geld in meiner Hosentasche steckte, wo es von Anfang an hätte sein sollen. Irgendwo tönte aus einem blechernen Lautsprecher Hardrock. Die Essensstände waren leer wie die Bühnen oder mit Brettern zugenagelt, nur ein einziger Stand war beleuchtet. Dorther kam die Musik, und ein Mann spann rosarote Zuckerwatte. Zuckerwatte! Ich wollte sofort Zuckerwatte, aber der Mann verkaufte mir keine. Er dürfe sie nur spinnen, sagte er mir, aber nicht verkaufen. Das Rosa soll die Menschen optimistisch stimmen.

Ich ging zurück zum Flughafen und klopfte an die Labortür. Bevor sie aufging, wurde ich von oben in einen dichten Nebel gehüllt, es roch nach Orangen und Nelken. Ob das desinfizierend wirke, fragte ich die Frau, bei der ich zahlte. Das hoffen wir, sagte sie.

Das Flugzeug war riesig und fast leer. Innen war der mittlere Sitz jeder Dreierreihe mit einem Plastikvorhang umhüllt. Ich fand meinen Platz und schlüpfte unter das Plastik. Am Boden stand ein Picknickkorb und ein altes Wählscheibentelefon. Bevor ich mich richtig wundern konnte, läutete das Telefon. Die Flugbegleiterin erklärte mir, dass es kein Service geben würde, aber der Picknickkorb zwei Mahlzeiten enthielt. Mit dem Telefon könne man mit anderen Fluggästen reden, wenn man die Platznummer kannte. Ich fragte nach der Platznummer meiner Freundin, aber bevor ich wählen konnte, läutete das Telefon wieder. Die Freundin war dran. Warum ich mich für teures Geld testen lasse, wenn ich doch nicht musste, fragte sie. Weil, wenn ich negativ bin, könnte ich gleich nach der Ankunft zu meinem Freund, sagte ich. Nein, sagte sie, in Wien glauben sie nicht an die Tests, die stecken uns auf jeden Fall in Quarantäne, egal was der Test sagt.

So ein Mist! sagte ich und wachte auf.


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