Zeitlos, mondlos, wollvoll


Überall gehen die Uhren heute anders. Die Wanduhr am Kommissariat zeigt drei Uhr, obwohl es schon vier ist, die Uhr im Paketshop zeigt halb sechs, obwohl es halb fünf ist, und die Uhr in der Nudelbude zeigt acht, obwohl es erst fünf ist. Da wundert es kaum, dass mein Funkwecker beim Heimkommen ein verwirrtes 12:05 blinkt, obwohl es schon viertel nach fünf ist. Den letzteren könnt ich, angesichts der Tatsache, dass er locker einmal in der Woche die Zeit verliert, auch endlich in eine Ecke mit besserem Empfang stellen, aber es gibt da einen Interessenskonflikt, weil er ja dort stehen soll, wo ich ihn vom Schreibtisch aus sehen kann.

Unterwegs ein Traummond beim diesigen Aufgehen, kaum zu glauben, dass der erst morgen voll sein soll. Natürlich mit dem Handy nicht einzufangen, und als ich mich zu Hause mit der echten Kamera auf die Jagd begebe, ist er nirgends mehr zu finden. Dann ist er wohl untergegangen sein und nicht auf, wer weiß das schon (OK, man könnte auch nachschauen, aber wo bliebe denn da das Wundern?).

Die Gemüsenudeln letschert und fad, wie schon beim letzten Mal. Bei so einem Laden, der jahrelang sehr gut war, braucht man wohl zwei Mal, bis man sich merkt, dass er das jetzt nicht mehr ist.

Im Mailfach eine Umfrage, bei der man unter anderem zu Politikernamen angeben soll, ob man von dem- bzw. derjenigen jetzt eine eher/sehr gute/schlechte Meinung hat. Bei einigen Namen vermisse ich die Option „ist mir völlig wurscht“.

Die Wolle immerhin erwartungsgemäß wunderbunt. Muss aber liegen bleiben, weil der Tag Arbeit bis in den späten Abend verlangt. Nix Neues unter der Sonne. Pardon, unterm Mond.


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